Ausschilderung hat begonnen: neuer Radweg von der Dresdner Frauenkirche über die Zillestadt zum Brandenburger Tor

Der Radweg von Dresden nach Berlin wird Realität– und führt mitten durch die Zillestadt Radeburg. Das war anfangs gar nicht vorgesehen. Eine Geschichte, wie Engagement im doppelten Sinn zum Ziel führt.

Tourismusministerin Barbara Klepsch, Foto: ADFC Sachsen

Tourismusministerin Barbara Klepsch: „Ich freue mich sehr, dass wir heute hier in Dresden den ersten Wegweiser für den Radweg Berlin – Dresden in Sachsen präsentieren können. Mit der Wegweisung machen wir diese attraktive Route für Gäste und Einheimische gleichermaßen sichtbar und stärken zugleich den Radtourismus in Sachsen.“ Foto: ADFC Sachsen

Die offizielle Kommunikation beschreibt den Weg meist von Berlin nach Dresden. Ja, natürlich wollen wir die Radtouristen in unsere schöne Landeshauptstadt führen. Aus Sicht der radelnden Besucher endet die Tour an einem der symbolträchtigsten Orte Deutschlands: der Dresdner Frauenkirche, die die Geschichte von Sachsens Glanz, der Zerstörung in den Bombennächten und der Wiedererstehung in der Wendezeit nach 1990 erzählt.

Aber auch für sächsische Touristen ist die Route interessant. Deswegen schauen wir hier mal von der Frauenkirche in Richtung Berlin. Von hier aus führt die Strecke über Radeburg unter anderem ins Lausitzer Seenland und den Spreewald bis zum Brandenburger Tor. Eingebunden wurden auch die touristisch noch weniger bekannten Regionen Dresdner Heidebogen und das Dahme-Seenland vor den Toren Berlins.

Radeburg ist dabei mehr als nur ein Zwischenstopp. Wenn etwas Sachsen und Berlin auf einzigartige Weise verbindet, dann ist es Heinrich Zille.

Aber nicht nur das. Auch ein zentrales Element des Radweges selbst hat hier seinen Ursprung. In dem in Radeburg ansässigen Ideenwerk entstand das Logo für die Radwegbeschilderung. Als Entwurfsverfasser stellte ich das Zeichen den Projektakteuren bewusst gemeinfrei zur Verfügung – ein Beitrag, der die Idee eines offenen, gemeinschaftlich getragenen Projekts unterstreichen sollte.

Als Mitglied der Arbeitsgruppe beim ADFC Sachsen und Vertreter des Dresdner Heidebogen e.V. war ich auch an der Streckenplanung beteiligt. Es brauchte nicht viel Überzeugungsarbeit, vom Elberadweg, den man bis Bad Elster hätte mit nutzen können, wegzukommen und die Idee, den Zille mit „reinzunehmen“, denn zusätzlich bot diese Streckenführung die Möglichkeit einer viel weiter reichenden Vernetzung.

So wurde man sich in der Arbeitsgruppe schnell einig, dass es nicht nur um eine direkte Verbindung zwischen zwei Großstädten geht, sondern darum, die dazwischen liegenden Regionen sichtbar zu machen und noch Unbekanntes touristisch aufzuwerten. So wurden nicht nur das Lausitzer Seenland und der Spreewald, sondern auch das Dahme-Seenland und der Dresdner Heidebogen in die Streckenführung integriert – Regionen, die abseits der klassischen Touristenströme liegen und gerade deshalb ihren besonderen Reiz als „radtouristisches Neuland“ entfalten.

Im Juni 2014 organisierte ich eine erste mehrtägige Erkundungsfahrt, begleitet von Mitgliedern des ADFC Moritzburg. Vom 13. bis 17. Juni wurde die Strecke durch uns praktisch getestet, nachgebessert und an Stellen, die für die Orientierung problematisch waren, mit Aufklebern versehen.

Ein Video dieser Erkundungsfahrt dokumentiert die Anfänge des Projekts und zeigt, mit welchem Engagement und welcher Begeisterung die Route entwickelt wurde. Das YT-Video finden unten auf dieser Seite.

Heute zeigt sich: Diese Idee trägt. Ich muss zugeben, dass ich schon nicht mehr daran geglaubt hatte, während sich Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, jederzeit sicher war und mit einem anvisierten 10-Jahre-Horizont gar nicht so falsch lag. Letztlich waren es die Verbindungen des ADFC in Parlamente und Ministerien und zu Planungsverbänden sowie die Mitwirkung als Träger öffentlicher Belange bei Radwegplanungen, die zum epischen Teil der Geschichte gehören. Man kann kurz zusammenfassen: ohne den ADFC Sachsen wäre dieser Weg nie zustande gekommen.

Wichtig auch dabei, dass die aktuellen Planungen zwischen Dresden-Wilschdorf und Bärnsdorf genau diesen Radweg betreffen – wir berichteten:

Wie man es geschafft hat, Entscheidungsträger von der Idee zu begeistern – dafür ist ein aktuelles Beispiel der Beginn der Beschilderung in Dresden, die gemeinsam mit der sächsischen Tourismusministerin, Barbara Klepsch, begonnen wurde. Sie gab dem Projekt eine neue öffentliche Präsenz.

Der Radweg Dresden-Berlin – oder je nach Fahrtrichtung – Berlin-Dresden ist mehr als eine Linie auf der Karte:
Sie ist eine Einladung, also „runter vom Gas“! Sachsen, Brandenburg und Berlin aus Fahrradperspektive, entschleunigt und entspannt – Stadt für Stadt, Dorf für Dorf, Landschaft, Wälder und Seen unserer Heimat neu entdecken.