Afrikanische Schweinepest konnte bisher nicht zurückgedrängt werden

Am 10. September 2020 wurde in Brandenburg der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt. In Sachsen gibt es inzwischen seit der ersten Feststellung bei Radeburg insgesamt 1720 Nachweise von ASP. Die bisherigen Maßnahmen haben das Virus nicht stoppen können.

Karte der ASP-Zonen

Sperrzone I (Pufferzone), Sperrzone II (Gefährdungsgebiet) Kernzone um die Erstfunde (Bildquelle Geoportal Sachsen - Klick ins Bild zur Quelle)

Am 10. September 2020 wurde in Brandenburg der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Deutschland bestätigt. Seitdem wurden Ausbrüche in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Niedersachsen festgestellt. In Sachsen gibt es seit der ersten Feststellung nahe der A13 bei Radeburg am 31. Oktober 2020 insgesamt 1720 Nachweise von ASP in den Landkreisen Görlitz, Bautzen und Meißen. Die bisherigen Maßnahmen, wie zum Beispiel die Errichtung von 580 km Zäunen, darunter über 70 km E-Zaun, haben den Freistaat 22 Millionen Euro gekostet, das Virus aber nicht stoppen können.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Menschen erkranken daran nicht. Die Erkrankung über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter durch den Menschen in andere Gebiete übertragen werden. Möglich ist die Übertragung auch durch infizierte Nahrungsmittel, die zum Beispiel über Abfälle zurück in die Natur gelangen.

Der Freistaat Sachsen hält an der von der EU-Kommission vorgeschriebenen Strategie der Einhegung weiter fest. Die als Puffer zum Infektionsgebiet gedachte Sperrzone I wird im Westen bis in die Landkreise Nordsachsen und Mittelsachsen hinein ausgedehnt und mit einem Schutzkorridor versehen. Dieser wird mit zwei parallelen, im Abstand von rund zwei Kilometer verlaufenden Zäunungen bestehen. Schutzkorridore gibt es bereits entlang der Grenzen zu Brandenburg und Polen. Neue Zäune werden noch einmal auf einer Gesamtstrecke von 340 km angebracht.

Sebastian Vogel, Staatssekretär im Sozialministerium und Leiter des ASP-Krisenstabs ist überzeugt: »Wir hoffen stark auf die Wirkung der Schutzkorridore und haben damit im Norden und im Osten des infizierten Gebietes bereits gute Erfahrungen gemacht.«

Das als Sperrzone II bezeichnete gefährdete Gebiet umfasst künftig den kompletten Landkreis Bautzen bis an die Landesgrenze zu Tschechien sowie weitere Flächen im Süden des Landkreises Meißen und im Norden des Landkreises Sächsische Schweiz/Osterzgebirge sowie der Landeshauptstadt Dresden (siehe Karte).

Die Anpassungen der Restriktionszonen werden in der Allgemeinverfügung Sperrzone I und der Allgemeinverfügung Sperrzone II der Landesdirektion Sachsen geregelt, die am 4. November veröffentlicht wurden. Dabei ändern sich die bisherigen Regelungen und Auflagen für Jagd-, Forst- und Landwirtschaft sowie die allgemeine Öffentlichkeit nicht und bestehen fort.

Sebastian Vogel erklärt weiter: »Damit die Schutzkorridore das Virus ausbremsen, benötigen wir die Hilfe der Jägerinnen und Jäger. Ich bedanke mich schon jetzt für den Einsatz der ortskundigen Jagdausübungsberechtigten. Sie sind unser wichtigster Partner bei der Eindämmung dieser Tierseuche.«  Für in den Sperrzonen gesund oder krank erlegte Wildschweine, deren Beprobung und unschädliche Beseitigung erhalten die Jäger eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro. Einzelheiten regelt die Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen zur Mitwirkung und Entschädigung der Jagdausübungsberechtigten

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