Wir kapern ein Schiff und hau‘n hier ab!

Nachdem der Fertigstellungstermin für den Markt hinter den 11.11. verschoben wurde, gab es für die Narren eigentlich nur eine Frage: Wohin mit RABU? „Es ist wieder Faschingsauftakt - Am Markt stehn die Bagger, das ist uns egal. - Wo feiern wir bloß? - Ich glaub ich hab da ne Lösung - Wir kapern ein Schiff und hauen hier ab!" … heißt es in der Hymne der 63. Saison. Ein direkter Bezug zum Marktumbau, der auch in der Prunksitzung immer wieder auf die Schippe genommen wird.

Karnevalsauftakt auf der Baustelle

Karnevalsauftakt. RABU ist eine Baustelle - also geht man am besten auf Große Fahrt!

Die Prinzenpaare der 63. Saison

Die Prinzenpaare der 63. Saison. Ihre Lieblichkeit Prinzessin Nicole I. und Prinz Kay II. sowie die Minis Jessica I. und Nick I.

Bürgermeisterin Michaela Ritter hatte jedoch nie Zweifel daran, dass die Eröffnung der Saison auf dem Markt – trotz Baustelle – stattfinden wird. So stand dann zumindest der halbe Marktplatz zur Verfügung. „Wir müssen alle ein bisschen zusammenrücken dieses Jahr,“ sagte sie. „Aber da können wir gleich zum Faschingsauftakt ein bisschen kuscheln.“ Nach diesen Worten übergab sie den Rathausschlüssel an den Elferratspräsidenten Olaf Häßlich. Das närrische Volk bedankte sich für die Übergabe mit einem „dreifach-donnernden Ra-Bu!“ Sodann feuerten die Radeburger Schützen ihren Salut.

Danach wurde das Steuer an die Jüngsten übergeben. Nach dem Auftritt des Kindergartenelferrats, der Kindergarten-Garde und der Kindergarten-Narrenpolizei wurde das RCC-Mini-Prinzenpaar gekrönt. Prinzessin Jessica I. und Prinz Nick I. herrschten bis zum Abend über das närrische Volk von RABU

Der Hirschsaal hatte sich in ein Bordrestaurant verwandelt, was andeutete, dass die Narren in Begriff waren, von RABU abzulegen. Jedoch natürlich nicht ohne gekrönte Häupter. Traditionsgemäß waren es wieder die Jüngsten, die die Stimmung an Bord anheizten. Reisebegleiterin Luisa-Marianne machte die Passagiere mit den Gepflogenheiten an Bord vertraut – mit viel Witz, gerne zum Nachhören auf www.bit.ly/rabu-prunk-live.

Und dann war es schon so weit. Kurz nach der Überquerung des RABU-Äquators tauchte es an Bord auf: das Prinzenpaar der 63. Saison. Zunächst meinte man, es mit einem blinden Passagier zu tun zu haben, aber dann ent-Puppte dieser sich als Prinzessin Nicole I. und ihr Prinz – eben noch als Tinki-Winki Begleiter bei der Äquator- Elferratstaufe von Ex-Prinz Sandro Pohle – verwandelte sich zu Prinz Karneval von RABU – Kay II. Genau 10 Jahre nach Kai I übrigens. Kay mit Ypsilon diesmal, denn er möchte nicht mit einer Anlegestelle verwechselt werden. Das ist wichtig bei einer Seefahrt.

Mit bürgerlichem Namen heißen die beiden übrigens Deblitz und sind die Eltern von Kindergartenprinz der 62. Saison Jonas I. „Was unser Knirps kann, das können wir auch,“ dachten sich die Eltern und sprachen den Präsidenten direkt an. So einfach kann es manchmal gehen und alle Wetten waren wieder mal für die Tonne – oder diesmal eben für die Boje.

Motten? Nachtfalter. Schmetterlinge!

Nachdem das Prinzenpaar im Bordrestaurant Platz genommen hatte, wurden die Reiseteilnehmer zum „zweiten Gang“ begrüßt. Kapitän Ole und Schiffskoch Mirko präsentierten, was sie so angerührt hatten. Zuerst hatten sie aber mit Motten zu kämpfen, die sich schließlich als Nachtfalter entfalteten und als Schmetterlinge über das Parkett flogen. Eine dynamische, farbenfrohe und effektreiche Show der Großen Schülergarde, mit der sie auch auf der großen Marktbühne beeindrucken wird.

Das nächste Problem tauchte dann im Warenlager auf, in dem einige Säcke, vermutlich schon über dem Verfallsdatum, auf die Idee kamen, sich selbständig zu machen. „I like to mouve it mouve it…“ (Klick zum Videoclip).

Noch schwerer als die Flohsäcke zu hüten ist es sicher, auf Baby Heiko aufzupassen. Davon ein Lied singen, oder genauer: den Babysitterboogie, konnte Gästebetreuer Nils, alias Peter Alexander, während Ulf eine ziemlich alternativ daherkommende Babysitterin abgab. Die anderen drei der sechs im Elferrat aktiven Exprinzen versuchten sich als Nerds an der Atari-Konsole und ließen mit 64 KB zwei Judokas gegeneinander anruckeln, bevor ein Sumoringer dazwischentrat und dem Spektakel ein Ende bereitete.

Käpt`n Ole lässt die Puppen tanzen.

Käpt'n Ole ist natürlich neugierig, was Schiffskoch Mirko zusammengerührt hat. Damit die Leckereien bei den Gästen ankommen, musste er zu einem Trick greifen.
Käpt`n Ole und Schiffskoch Mirco
Die Große Funkengarde möchte nach den
Köstlichkeiten greifen. Deshalb hat sie Ole
gleich an die Leine gelegt (siehe Bild unten).
Große Funkengarde
So lässt Käpt`n Ole die Puppen tanzen.
Große Funkengarde
Und zum Schluss gibt`s stürmischen Beifall.
Große Funkengarde

Ruck zuck kamen sie auf die ...

Ruck Zuck mit der Narrenpolizei

Live on Board des Kreuzfahrtschiffes war schließlich die weltweit bekannte und beliebte Raterunde Ruck Zuck. Zwei Teams, im närrischen Leben sonst Narrenpolitzisten, traten gegeneinander an. Rechts die Herausforderer, das Team "Obst und Gemüse", u.a. mit einer halbgeschälten Banane, "extra groß und verdammt lecker" und die Titelverteiliger, die hochgelobten Champions der letzten Kreuzfahrt, die Jungs und Mädels vom Rasse-Kaninchenverein Radeburg, diesmal unterwegs mit dem Motto "Rasse und Masse".

Für die, die es nicht kennen: Bei Ruck Zuck zeigt der Moderator, hier Arno Fair G. Walther, dem ersten Spieler jedes Teams einen Begriff, den es zu umschreiben gilt. Nur der erste Spieler hört den Moderator, die anderen Teammitglieder stehen mit dem Rücken zum ersten Spieler und tragen Kopfhörer, über die Musik eingespielt wird. Auf das Kommando „Ruck Zuck!“ des Moderators bleiben 40 Sekunden Zeit, den Begriff richtig durchzustellen. Der erste Spieler klopft dem nächsten auf die Schulter oder den Rücken, worauf dieser sich umdreht, die Kopfhörer abnimmt und versucht, den Begriff möglichst schnell zu erraten, den der Teamkollege umschreibt.

Bei der Beschreibung des gesuchten Wortes gilt es zu beachten, nicht den gesuchten Begriff selbst, einen Teilbegriff oder Geräusche oder Gesten zu Hilfe zu nehmen. Auch das Wiederholen eines Wortes, das in der Beschreibung des vorhergehenden Teammitgliedes genannt wurde, ist nicht erlaubt. Geschieht ein Verstoß, wird der BUzzer gedrückt und die Runde ist verloren.

Zu erraten waren 4 Begriffe. Was die Teamkameraden weitergaben hier - hättet erraten, was sie meinen?

1. Suchbegriff:

  • Er macht hoffentlich niemals zu!
  • Das Jägermeisterverbot wurde endlich aufgehoben!
  • Behaarte Bedienung aber lecker Essen
  • Die Sitzplatzordnung von Veranstaltungen ähnelt einer Massentierhaltung


2. Suchbegriff:

  • Radeburgs Gourmettempel steht in...
  • Der Stammbaum ist ein Kreis in...
  • Liebe vergeht – Hektar besteht in...
  • Geboren - verheiratet - geschieden – gestorben…Klingner...


3. Suchbegriff:

  • Habe ich jeden früh! ("eine Tasse Kaffee, dummes Gequatsche von meiner Frau" waren NICHT die richtigen Antworten)
  • Die Männer vom Elferrat haben nicht mal mehr die ("tolle Stimme, gutes Aussehen" waren NICHT die richtigen Antworten)
  • Frühs nach dem PIPI ist sie immer weg!
  • Am Morgen... (Buzzer geht an)


4. Suchbegriff:

  • Wird nächstes Jahr wieder gewählt  (falsch waren Miss Zappelbude, der hoffentlich neue TSV-Abteilungsleiter Fußball)
  • Spieglein, Spieglein an der Wand…wer ist die schönste im ganzen Land? (Iris Dietze war es diesmal nicht richtig, sondern...)
  • Gelockte Perücke aufsetzen und rote Boa...
  • Ihr Arbeitsplatz ist die Faultierfarm

Die Champions hatten den 1. und 3. Begriff zu erraten und da "am Morgen..." einen Teil des gesuchten Wortes enthielt, ging der Buzzer an und die herausforderer hatten die große Chance, die sie erfolgreich nutzten, denn Ruck Zuck kamen sie auf die...

Auflösungen siehe ganz unten auf der Seite.

Blick hinter die Kulissen: Der Videoassistent

Elferräte Matthias, Holger und Habi

Da es an Bord eines Feriendampfers auch immer ein Bildungsprogramm gibt, stand diesmal ein Blick hinter die Kulissen des Videoassistenten der Fußballbundesliga auf dem Programm. Nach dieser von den Elferräten Matthias, Holger und Habi (v.l.) vorgetragenen Offenbarung wundert sich dann auch niemand mehr, wie es zu den zuweilen seltsamen Entscheidungen des dubiosen Gremiums kommt. Für das Publikum war das jedenfalls sehr erhellend.

Hingepflastert... Dauerthema Marktumbau

Heiko und im Hintergrund Ulf

Immer wieder gab es im Programm Seitenhiebe auf die Pflasterung des Marktplatzes. Stricherin Heiko meinte vieldeutig: „Das Beste ist, wir pflastern einen Schluss-Strich.“ Was kam, waren ziemlich viele „Insider-Gags“ des nebenberuflichen Stadtrats, der wohl viel über die Hintergründe und Missgeschicke rund um die Marktpflasterung zu kennen scheint. Ob das Publikum dem dann immer so folgen konnte, sei dahingestellt.

Das tapfere Schneiderlein beim Marktumbau

Mit einer „Verbeamung“ des Tapferen Schneiderleins begab sich die Programmgruppe der närrischen Justiz in die Spären des Experimentiertheaters. Was die Bilder vielleicht nicht hergeben: der Hintergrund ist ein auf dem Boden ausgebreitetes Landschaftsbild, auf dem sich die Akteure liegend hin und her wälzten. Über einen Beamer wurde die Aktion in die Vertikale projiziert, so dass für die Zuschauer der Eindruck entstand, dass alles „ganz normal“ im Stehen ablief. Allerdings konnten die Personen scheinbar Saltos machen oder durch die Luft fliegen. Es war lustig anzuschauen und allein die ungewöhnlichen Bewegungen der Akteure produzierten Lacher. Das lustige Bühnenstück versuchen wir hier einmal in profaner Prosa widerzugeben.

Aber es ging eigentlich um ein sehr ernstes Thema: den Marktumbau. König Dieter war wieder einmal zum Kartenspiel im Wirtshaus "Zum Hirschen", als ihm ein junger Mann auffiel, der sieben Biere auf einen Streich trinken konnte. Wer sieben auf einen Streich schafft, schafft auch drei auf einen Streich: die drei Probleme des Marktumbaus: den mit Pflastersteinen versehenen Markt mit Pflastersteinen zu versehen, den alten Brunnen hochwassersicher auf einen Berg zu versetzen und zum Schluss das Ganze zu überdachen. Es ist die übliche Insidergeschichte - nur für Radeburger, alle andern: sorry.

"Nichts einfacher als das." Das Schneiderlein wurde zum Baulöwen und wandte sich an das Rumpelstilzchen. Dieses war bereit, ihm zwar nicht seinen Namen, aber fünf Dinge zu verraten, die er als Baulöwe braucht: verwirrende Bauanträge, das richtige Baumaterial. einen aktuellen Lageplan, Handwerker und einen Sack voll Gold.

Der Schneider machte sich sofort ans Werk und über den Bauanträgen vergingen die Jahre. Aus Kdem König wurde eine Königin und alsbald war der Siebenstreicher auf der Suche nach dem Baumaterial. Dabei begegnete ihm das Rotkäppchen. Sie konnte ihm verraten, wo das Baumaterial abgeblieben war. Nachdem der Wolf sie und ihre Großmutter vernascht hatte, kam der Jäger, schnitt die beiden aus seinem Bauch und befüllte sie mit dem Radeburger Marktpflaster.

Um an die Pflastersteine zu gelangen, musste der Schnippler nun also den Wolf wieder aufschnippeln und die Steine herausnehmen. (Für diese Tapfere Tat zur Sicherung der Wolfspopulation bekam er eine Auszeichnung vom Sächischen Wolfsmagement - d. Red.)

Nun im Besitze der Pflastersteine rekrutierte er die besten Pflasterer der Welt, um die Pläne des Ex-Königs nun endlich in die Tat umzusetzen. Ein zufällig herumliegendes Papier heftete er anstelle des Lageplans ab, um nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Nun machte er sich auf die Suche nach einem Goldesel und fand schließlich auf einer Wiese ein Grautier, dessen Ausscheidungen glänzten wie die in der Badewanne des Grafen Bernd von Steinberg (Insider - sorry).

Der Esel hieß Iris, hatte aber trotzdem einen Schwanz, mit dem er nur zu wedeln brauchte und schon waren die goldenen Taler da.

Es waren nunmehr alle Voraussetzungen erfüllt und der Schnittmeister konnte an Werk gehen. Mit Hilfe des Krötenkönigs wurde ein Hügel aufgeschüttet, der alte Brunnen auf diesen versetzt und mit ein paar neuen Teilen versehen.

Nun musste also eigentlich nur noch gepflastert werden. Doch die Pflastermeister aus aller Welt verstanden unter Pflastern ganz verschiedene Dinge. Herrje, was für ein Durcheinander!

Die Rettung für das Tapfere Schneiderlein nahte in Form des Gestiefelten Katers. Der wusste alles besser und gegen ein paar neue rote Stulpenstiefel war er bereit, die Pflasterarbeiten zu übernehmen.

Da war der Tapfere wortwörtlich AUS DEM SCHNEIDER und wenn der gestiefelte Kater nicht gestorben ist, dann pflastert er noch heute.

König Dieter und das Tapfere Schneiderlein
König Dieter und das Tapfere Schneiderlein
Das Tapfere Schneiderlein und der gestiefelte Kater
Das Tapfere Schneiderlein und der gestiefelte Kater
Blick unter den Vorhang...
Blick unter den Vorhang...
König, Schneiderlein, Rotkäppchen, der Gestiefelte Kater, Froschkönig und Rumpelstilzchen (v.l.)
König, Schneiderlein, Rotkäppchen, der Gestiefelte Kater, Froschkönig und Rumpelstilzchen (v.l.)

Zugabe! Zugabe!

Der (zumindest in der ersten Prunksitzung) der 63. Saison des Radeburger Volkskarnevals mit Zugabeforderung bedachte Höhepunkt der Revue war das sehr dynamisch vorgetragene Juicy Wiggle (Saftige Wackeln) der Gardemädels mit den Elferräten Maik und Kai.

Fazit

Schlussbild mit allen Aktiven (außer natürlich den Kindern, die gegen Mitternacht hoffentlich schon tief und fest schlafen).
Schlussbild mit allen Aktiven

In einer durch zahlreiche außergewöhnliche Umstände „besonderen“ Saison lieferte der RCC „ordentlich“ ab. Sonst maßgebliche Programmgestalter konnten sich durch berufliche bzw. private Aufgaben diesmal nicht so einbringen wie gewohnt und im Unterschied zu anderen Jahren fehlte vielleicht der absolute Kracher. Man darf aber nicht vergessen: an Freizeitkünstler legt das verwöhnte närrische Publikum von RABU Profi-Maßstäbe an. Man konkurriert mit den Abendprogrammen der Flimmerkiste und der Kulturstadt Dresden, und das seit Jahren vor ausverkauften Sälen und Plätzen.

 

Auflösung "Ruck Zuck": Hirsch, Bärwalde, Morgenlatte, Bürgermeisterin