Landkreis-Impfzentrum seit Montag 11.1. in Riesa geöffnet - Impfstoff vorerst nur für wenige

Zunächst steht nur Impfstoff für Personen mit "Priorität I" zur Verfügung - das sind über 80jährige, Personen der stationären und ambulanten Pflege und Personen, die in medizinischen Risikobereichen arbeiten. Die Terminbuchungsseite für individuelle Impftermine ist online (Link im Text). In Kürze wird auch eine Hotline für Terminbuchungen geschaltet. Eine Impfung im Impfzentrum wird nur mit Termin möglich sein, aber vorerst nur für Angehörige der "Priorität I" gebucht werden. Krankenhäuser führen die Impfungen in Eigenregie durch.

Foto: Tim Reckmann / Pixelio.de

Foto: Tim Reckmann / Pixelio.de

Am Montag, dem 11. Januar, haben die sächsischen Impfzentren in den 13 Landkreisen bzw. Kreisfreien Städten ihren Betrieb aufgenommen. Mit der Lieferung von weiteren 34.125 Impfdosen am vergangenen Freitag und der am 18. Januar erwarteten Lieferung von weiteren 34.125 Impfdosen steht so viel Impfstoff zur Verfügung, dass nun ein kontinuierlicher und effizienter Betrieb der Impfzentren ohne Unterbrechung gesichert ist. Bereits seit dem 27. Dezember 2020 impfen die Kliniken ihr Personal in eigener Zuständigkeit. Mobile Teams impfen Bewohner und Personal in Pflegeeinrichtungen, die dafür Termine mit dem Deutschen Roten Kreuz vereinbaren.

Gesundheitsministerin Petra Köpping, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), Dr. med. Klaus Heckemann und der Vorsitzende des Vorstandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Landesverband Sachsen, Rüdiger Unger, besuchten zum heutigen sachsenweiten Start die Einrichtung in Riesa in der Sachsen-Arena. Staatsministerin Köpping: »Wir sind sehr froh, dass wir aufgrund der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffes heute in der Lage sind, flächendeckend die Impfzentren in Sachsen ans Netz gehen zu lassen. Der Aufbau und die Organisation der Zentren wurde planmäßig abgeschlossen. Ich danke allen daran Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und das Engagement auch über die Feiertage an Weihnachten und den Jahreswechsel hinweg. Wir sind uns sicher, dass das Impfangebot gut angenommen wird. Ich versichere, dass keiner vergessen wird, der geimpft werden möchte. Je mehr Impfstoff zur Verfügung steht, darunter auch Impfstoff mit anderen Anforderungen an die Lagerung, werden wir das Angebot erweitern und anpassen.« DRK-Chef Unger: »Diese Woche ist für das DRK in Sachsen von entscheidender Bedeutung. Mit dem Start der 13 Impfzentren sind wir im Regelbetrieb angekommen. Seit heute schafft die Möglichkeit der individuellen Terminvergabe die Grundlage, dass die Immunisierung auch wirklich in der Fläche ankommt. Unsere größte Sorge ist jetzt, dass die Menge an Impfstoff nicht ausreichend ist, um der Nachfrage gerecht zu werden.« Dr. med. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen: »Die Bereitschaft der sächsischen Ärzte und von weiterem medizinischen Personal, bei den Impfungen gegen das Corona-Virus zu unterstützen, ist sehr hoch. Alle Impfhelfer, die über unser Online-Rekrutierungsportal ihre Einsatzbereitschaft gemeldet haben, tun dies freiwillig. Von vielen Ärzten wissen wir, dass die Mitarbeit in den Impfzentren und mobilen Teams zusätzlich zu ihrer Tätigkeit in der eigenen Praxis hinzukommt. Die KV Sachsen plant den Einsatz von ärztlichem und nichtärztlichem Personal entsprechend den Anforderungen und der Verfügbarkeit des Impfstoffs und dankt bereits jetzt für die zahlreich eingegangenen Bewerbungen und die große Bereitschaft, diese Aufgabe gemeinsam mit uns zu meistern."

Zunächst werden in den Zentren Angehörige prioritär zu impfender Berufsgruppen mittels Gruppenterminen geimpft (z.B. Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Rettungsdiensten etc.). Individualtermine zum Impfen können ab heute 14 Uhr online vereinbart und ab dem 18. Januar dann durchgeführt werden. Eine telefonische Anmeldung ist im Laufe der Woche möglich.

Impftermine können vorerst nur für Angehörige der Priorisierungsgruppe 1 gebucht werden. Höchste Priorität bei der Corona-Schutz-Impfung haben laut Impfverordnung des Bundes:

  • über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten undBeschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (v.a. Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin).

Jeder, der sich impfen lassen möchte, wird ein Angebot erhalten. Auch Transport-Möglichkeiten wie Bürger-Busse und die perspektivische Impfung beim Hausarzt werden fortlaufend geprüft. Derzeit ist dies noch nicht möglich, da der Impfstoff unter anderem eine komplexe Kühlkette verlangt. Die Verpackung der Impfdosen in Mehrdosenbehältnissen pro Flasche ist der Hauptgrund, dass aktuelle eine Impfung in Impfzentren erfolgen muss. Dort können diese Dosen unmittelbar hintereinander verbraucht werden, ohne den Impfstoff nach dem Auflösen noch einmal zu transportieren. Eine Impfung in ambulanten Praxen ist nicht möglich, da der Impfstoff nach Auflösen und die Einzeldosisspritzen nicht mehr erschüttert werden dürfen. Nach Aufteilung der fünf Dosen muss der Impfstoff dann auch unverzüglich verimpft werden. Der Impfstoff ist nach wie vor sehr knapp. Dies macht die hohe Priorisierung nötig und auch die konzentrierte Impfung in Impfzentren, damit kein Impfstoff aufgrund unsachgemäßer Lagerung vernichtet werden muss.

Pro Impfzentrum sind je nach örtlichen Voraussetzungen bis zu maximal zehn Impfstrecken möglich. Pro Impfstrecke werden seitens der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt: 1 Arzt, der die tagesaktuelle Impftauglichkeit prüft, ein zusätzlicher Arzt pro zwei Impfstrecken für erweiterte Aufklärungsfragen, zwei Hersteller für den Impfstoff, vier medizinische Fachangestellte/Krankenschwestern, Arzthelfer oder Rettungsassistenten.
Am Montag gehen die Impfzentren noch nicht mit allen maximal möglichen Impfstrecken an den Start, was im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs steht. In Abhängigkeit der Verfügbarkeit des Impfstoffs bzw. neuer Impfstoffe, wird dann die Anzahl der Impfstrecken sukzessive in den Impfzentren hochgefahren. Heute sind in den 13 Impfzentren ca. 28 Ärzte, bis zu 60 medizinische Fachkräfte und 26 pharmazeutische Fachkräfte in Vollzeittätigkeit im Einsatz. Die tatsächliche "Personenkopfanzahl" ist höher, aufgrund von Teilzeitverfügbarkeit mancher Mitarbeiter. Hinzu kommen seitens des DRK pro Impfzentrum etwa 20 Mitarbeiter und zwei Leitungskräfte.

Hintergrund:
Das Sozialministerium hat das Deutsche Rote Kreuz Sachsen (DRK) mit der Koordinierung der Errichtung und des Betriebs der Corona-Impfzentren beauftragt. Gemeinsam mit dem Landeskommando der Bundeswehr und dem Technischen Hilfswerk hat das DRK einen Arbeitsstab eingerichtet, der auf Ebene der Landkreise durch lokale Einsatzstäbe ergänzt wird. Einbezogen sind zudem die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfallhilfe und die Malteser sowie die kommunale Ebene. Für das ärztliche Personal ist die Kassenärztliche Vereinigung (KVS) zuständig.
Die Impfzentren selbst sind täglich geöffnet. Unter der Woche plant das DRK zehn Stunden und am Wochenende Öffnungszeiten von acht Stunden: Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, am Wochenende und Feiertag 9 bis 17 Uhr. Mindestens zwei Impfstrecken pro Zentrum sind vorbereitet. Die größten Objekte können aber nach Bedarf auf bis zu zehn solcher Strecken erweitert werden. Pro Tag können so sachsenweit perspektivisch bis zu 13.000 Bürgerinnen und Bürger geimpft werden.
Weitere ortsnahe Filialen der Impfzentren sollen in Absprache mit den Landkreisen eingerichtet werden, sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Die mittlerweile 15 mobilen Impfteams (eines im jeden Landkreis und in Chemnitz, jeweils zwei in Dresden und Leipzig) werden vom DRK koordiniert. Sie bestehen aus drei medizinischen Mitarbeitern, davon mindestens einem Arzt und einem medizinischen Fachangestellten, der den Impfstoff aufbereitet sowie zwei Helfern zur Unterstützung und Dokumentation. Das nichtmedizinische Personal wird gestellt durch die Johanniter-Unfall-Hilfe, den Arbeiter-Samariter-Bund, die Malteser, die Bundeswehr und durch das DRK.

Aufgrund des begrenzt vorhandenen Impfstoffs gilt eine Rechtsverordnung des Bundes zur Priorisierung von Personengruppen. In die Gruppe der höchsten Priorität fallen in Sachsen etwa 457 000 Menschen. Nach derzeitiger Planung ist davon auszugehen, dass bis Ende Januar etwa 18 Prozent der Priorisierungsgruppe 1 geimpft werden kann. Kalkuliert wird pro Tag sachsenweit mit rund 2800 Impfungen. Die Zahl der geplanten Impfdosen für die mobilen Teams und Impfzentren in Landkreisen orientiert sich an der jeweiligen Bevölkerungszahl. Jedes Impfteam kann täglich in den Landkreisen 100 Impfdosen impfen, in den kreisfreien Städten perspektivisch zwei Teams 200 Dosen. Die restlichen Dosen gehen in die Impfzentren. Nach derzeitiger Kalkulation werden jedem Impfzentrum je nach Bevölkerungsanteil des Landkreises zunächst 50 bis 230 Impfdosen pro Tag zugeteilt. Trifft mehr Impfstoff ein, kann dieser jederzeit in das System eingespeist werden.

Informationen zur Terminbuchung für eine COVID-19-Impfung

Zur Terminbuchung für eine COVID-19- Impfung ist die Website https://sachsen.impfterminvergabe.de freigeschaltet. In Kürze soll auch die Hotline 0800 0899 089 für Anmeldungen der Priorisierungsgruppe 1 zur Verfügung stehen. Die Anmeldung besteht aus 2 Schritten: Der Anmeldung und der Terminvereinbarung.

Schritt 1: Anmeldung
Da die Impfung schrittweise in priorisierten Gruppen erfolgt, wird bei der Berechtigungsprüfung zunächst überprüft, ob Sie berechtigt sind. Anschließend geben Sie Ihre persönlichen Daten ein, die zur Terminvereinbarung nötig sind. Mit Hilfe eines von Ihnen gewählten Passwortes können Sie im Anschluss auf die Terminvereinbarung zugreifen. Sie erhalten nun an die angegebene E-Mail-Adresse einen Link zur Terminvereinbarung.

Schritt 2: Terminvereinbarung
Wenn Sie sich erfolgreich angemeldet haben, können Sie Ihren Wunschtermin im Impfzentrum wählen. Innerhalb Sachsens ist das Impfzentrum frei wählbar. Die erste und zweite Impfung müssen im selben Impfzentrum vorgenommen werden. Ist die Eingabe aller Angaben positiv, erhalten Sie eine Bestätigung Ihres Impftermins sofort zum Download.

Zum Impftermin mitzubringen sind die Terminbestätigung, den bereits ausgefüllten ärztlichen Anamnese-Bogen, den Bogen zur Impfaufklärung, das Personaldokument, die Krankenversicherungskarte, den Impfausweis sowie wichtige Unterlagen wie etwa ein Herzpass, ein Diabetikerausweis oder eine Medikamentenliste.

    Links:

    Impfzentrum Landkreis Meißen

    Besucheradresse:
    Sachsen-Arena Riesa
    Am Sportzentrum 5
    01589 Riesa

    Online-Anmeldung / Telefonische Anmeldung hier (sobald veröffentlicht)

    Informationsportal des Freistaates zur Corona-Schutzimpfung

    Kritik: Impfstoffe kaum getestet - erst recht nicht an älteren Menschen

    US-Professor warnt einerseits vor Risiken und andererseits vor leichtsinniger Impf-Gläubigkeit

    Mit dem Argument, dass ältere Menschen weniger Abwehrkräfte besitzen und deshalb besonders geschützt werden müssen, beginnt die Impfcampagne gegen Corona mit den über 80jährigen. Das verwundert, denn ältere Menschen werden bei Impfstofftests kaum berücksichtigt, so auch in der ohnehin kurzen Testphase für diesen Impfstoff, wie das MDR-Wissensportal bereits im September feststellte. Noch am 10. Dezember musste Professor Fred Zepp, Mitglied der Ständigen Impfkommission, in einer Fragesendung des SWR1 zugeben: "In den Studien sind bevorzugt die Menschen zwischen 18 und 60 Jahren untersucht worden." Er beschwichtigt jedoch sogleich: "Aber alle Hersteller schauen auch in die ältere Population. Da kann man sagen: Es kann sein, dass der Impfstoff etwas schwächer wirkt als bei einem gesunden 30-Jährigen. Aber auch dort findet man eine sehr gute Wirksamkeit." Eine vage Aussage, die nicht jeder Experte teilt. Michel S. Klinch, Direktor des Zentrums für Innovationen in Biotechnologie und Wirkstoffforschung an der Washington University in St. Louis, ist einerseits begeistert, dass die schnelle Entwicklung von Impfstoffen "eine wirklich beeindruckende Leistung und ein Beweis für die Kraft der medizinischen Grund- und angewandten Wissenschaften ist. Unter normalen Umständen werden Impfstoffzulassungen in Jahrzehnten gemessen. Meilensteine, die einmal Monate oder Jahre gedauert haben, wurden in Tagen oder Wochen erreicht. Wenn diese Bemühungen erfolgreich sind, könnte der Covid-19-Impfstoff neben den Apollo-Missionen eine der größten wissenschaftlichen Errungenschaften der Geschichte sein." Doch dann möchte er als jemand, der die Arzneimittelentwicklung studiert hat, "die Erwartungen mit einer Dosis Realismus und vielleicht ein bisschen Angst mildern." Hinter den stolzen Erklärungen hätten viele Wissenschaftler und Mediziner Bedenken geflüstert. Bedenken, die sich vielleicht in der geringen Impfbereitschaft in medizinischen Kreisen widerspiegeln. "Es ist Zeit, (die Bedenken) laut zu schreien," fährt Klinch, Professor für Biochemie und Molekularbiophysik, fort: "Die vorzeitige Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs könnte schwerwiegende Folgen haben, nicht nur für diese Pandemie. Es könnte die öffentliche Gesundheit für Jahre, wenn nicht für Generationen schädigen. Insbesondere die FDA (amerikanische Zulassungsbehörde -d.Red.) und ihre Mitarbeiter werden einem enormen öffentlichen und politischen Druck ausgesetzt.

    Unter normalen Umständen erfordert die (Zulassung) jahrelange Untersuchung und Überwachung, um sicherzustellen, dass die Wirkungen eines Impfstoffs sicher und dauerhaft sind. Und es gibt Hinweise darauf, dass natürliche Immunantworten auf eine SARS-CoV-2-Infektion vorübergehend sein könnten, was eine anhaltende Untersuchung umso notwendiger macht. Eine lediglich kurzfristige Wirkung könnte geimpfte Personen dazu ermutigen, riskante Verhaltensweisen wieder aufzunehmen, was fast garantieren würde, dass die Epidemie anhält. Und wenn sich herausstellt, dass unbeabsichtigte Nebenwirkungen beispielsweise chronisch entzündliche oder Autoimmunerkrankungen hervorrufen, kann ein schlechter Impfstoff lebenslange Schäden verursachen."  Erinnert sei an die sogenannte Schweinegrippe von 2009, bei der die von Professor Drosten forcierte Impfung zu teilweise schweren gesundheitlichen Schäden und Entschädigungen in Millionenhöhe kam. Auch bei Tests von Corona-Impfstoffen kam es bereits zu ernsthaften Komplikationen. Klinch ruft auf: "Wir müssen die FDA unterstützen und hoffen, dass ihre Wissenschaftler und Ärzte die Kraft und Überzeugung behalten, sich der Zulassung eines minderwertigen Impfstoffs zu widersetzen."

    Biochemiker erklärt Wirkungsweise der beiden ersten in Deutschland zugelassenen Impfstoffe