Die Kinder hatten Eltern und Großeltern eingeladen und das zurückliegende Jahr besungen. Anschließend ließen sie bei Kuchen, Bratwurst, Kaffee und anderen heißen Getränken das Jahr Revue passieren. Dabei war das Jahr für die KiTa kein leichtes, denn sie war das gesamte Jahr über eine Baustelle. Während des laufenden Betriebs wurde die Heizungsanlage von Öl auf Gas umgestellt und eine Solaranlage auf dem Dach installiert. Zahlreiche Gewerke arbeiteten zeitgleich am und im Gebäude. Für das Team bedeutete das, Kinder konsequent von Baustellenbereichen fernzuhalten und ständig auf neue Situationen reagieren zu müssen.
Für die Bauarbeiten musste der gesamte Keller ausgeräumt werden – einschließlich der alten Heizungsanlage und des Lagers. Dabei stießen die Erzieherinnen auf zahlreiche historische Gegenstände aus der Geschichte der Einrichtung und ihrer Träger. Die Villa war bis Anfang der 90er Jahre Außenstelle der „Johannes-R.-Becher-Oberschule“ Berbisdorf gewesen.
Manuela Schauer, die Leiterin der KiTa, berichtet, dass mal der Strom abgeschaltet, mal das Wasser abgestellt werden musste, oftmals ganz kurzfristig. Trotz aller Herausforderungen lobte sie die vertrauens- und rücksichtsvolle Zusammenarbeit mit den Handwerkern.
Der Alltag sei in dieser Zeit schwer planbar gewesen, so Manuela Schauer. Spontanität, Ruhe und Teamarbeit seien notwendig gewesen, um den Kindern dennoch einen stabilen Tag zu ermöglichen.
Besonders hervorgehoben wird die Unterstützung durch die Eltern, ohne die viele organisatorische Abläufe nicht möglich gewesen wären.
Angesprochen auf die große Begeisterung von Eltern und Großeltern für solche Feste, sagte die Leiterin: „Es gehört für uns dazu, ein gutes Angebot zu machen, zu zeigen,welche pädagogischen Aktivitäten im Jahr bei uns statt finden. Auch wenn wir unsere Arbeit mit viel Herzblut tätigen, bringt uns dies auch an unsere Grenzen. Wenn das Eine beendet ist, beginnen wir manchmal schon mit den Vorbereitungen für das Nächste. Das darf nicht zulasten unserer pädagogischen Arbeit gehen.“
Oft erwähnt wurde im Statement vor den Eltern Hausmeister Matthias Lange, der es sich auch nicht nehmen ließ, zu dem kleinen Fest Bratwürste auf den Grill zu legen. Matthias Lange ist Hausmeister für die städtischen Kindertagesstätten und die anderen städtischen Einrichtungen - Rathaus, Bauamt, Museum, Bibliothek. Aber in den KiTas ist er am liebsten. "Da ist immer was los," lächelte er und drehte dabei die Würste um. Er übernahm wesentliche Arbeiten am neuen Spielhaus und berichtete in ganz bescheidener Art, dass das Holz für die Verkleidung Recyclingmaterial ist. Es stammt aus der ehemaligen Turnhalle der Zilleschule, wurde nicht verfeuert, sondern gesichert. Einen Teil konnte er für ein "Spielhaus" in der KiTa Großdittmannsdorf verwenden, einen Teil nun hier. Aus dem Fachwerkgrundgerüst, das Zimmermann Rico Sachse aufgebaut hatte, schuf Lange ein nutzbares Häuschen: Bretter zusägen, Flächen bearbeiten, Schindeln anbringen.
Die Schindeln mussten gekauft werden. Die Finanzierung dafür erfolgte aus einem Haushaltsposten der Stadt. Magdalena Steinborn, Sachbearbeiterin für KiTas, Schulen und Soziales erklärte bei der Stadtverwaltung Radeburg erklärte auf Nachfrage, dass es einen Haushaltposten für die Unterhaltung und Ausstattung der Kindereinrichtungen gibt. „Da in diesem Jahr keine größeren Positionen für Reparaturen anfielen und unser Hausmeister vieles selbst macht, stand das Geld dafür zur Verfügung.“ Es waren also keine besonderen finanziellen Umschichtungen nötig.
Mit dem „Weihnachtsmarkt“ und der Einweihung geht für die KiTa ein ereignisreiches Jahr voller positiver Eindrücke, Improvisation und Herausforderungen zu Ende. Das fertige Häuschen ist für das Team ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich der Einsatz gelohnt hat und die Kinder nun einen neuen Ort zum Spielen haben.
KiTa „Villa Regenbogen“ weiht „Spielhaus“ ein

