Coronasituation in Radeburg und Umgebung

Sächsische Regierung führt "Inzidenz unter 10" ein. Unter diesem Wert entfallen die meisten Beschränkungen. Außerdem künftig keine Schul- und Kita-Schließungen mehr.

Hinweis: In diesem Beitrag finden Sie zum Thema Corona für unsere Region relevante Informationen. Dieser Beitrag wird nicht mehr täglich, sondern nur noch bei Bedarf aktualisiert. *Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2021, 18:30 Uhr.

Sächsische Staatskanzlei

In der Kabinettsitzung am 22.Juni in der Sächsischen Staatskanzlei wurde eine neue Corona-Schutz-Verordnung beschlossen. Der Inzidenzschwellenwert 10 wurde neu eingeführt.

Das Kabinett hat sich in seiner Sitzung am Dienstag, dem 22. Juni, mit der Fortschreibung der Corona-Regeln für die Zeit ab Juli befasst und einer neuen Corona-Schutz-Verordnung zugestimmt. Die neue Verordnung tritt mit dem 01. Juli in Kraft und gilt bis zum 28. Juli 2021.

Neben einigen Klarstellungen werden zwei neue Schwellenwerte, die "Inzidenz unter 10" und die "Inzidenz über 100" eingeführt. Die letzteren Regelungen entsprechen dabei weitgehend der bisherigen »Bundesnotbremse« nach Infektionsschutzgesetz.

Liegt die "Inzidenz" in einem Kreis gem. "5-Tage-Regel "(siehe unten - d.Red.) unter dem Schwellenwert von 10, entfallen die meisten Beschränkungen - mit einigen Ausnahmen, wie z.B.:

  • Erfordernis der Erstellung und Einhaltung eines (genehmigten) Hygienekonzeptes,
  • Der Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes in Geschäften und Märkten, bei körpernahen Dienstleistungen und im ÖPNV,
  • Der Pflicht zum Tragen einer FFP-2-Maske, wo sie nach Corona-Schutz-Verordnung vorgesehen ist,
  • Den Regelungen zu Großveranstaltungen,
  • Der Testpflicht* für Diskotheken, Clubs und Musikclubs,
  • Der Testpflicht* im Bereich der Prostitution,
  • Den Regelungen zu Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.
  • Testpflicht nur noch einmal pro Woche für Schul- und Kitabesuch

Die Verordnung wird in den nächsten Tagen auf der folgenden Internetseite veröffentlicht: https://www.coronavirus.sachsen.de/amtliche-bekanntmachungen.html 

Hinweis der Redaktion: obwohl die "Inzidenz 10" bereits seit 16.6. in allen sächsischen Kreisen unterschritten ist, gelten noch bis 30. Juni diese "alten" Regelungen:

*Keine Testpflicht für vollständig geimpfte und für genesene Personen

Vollständig Geimpfte sind Personen gleichgestellt, die einen tagesaktuellen negativen Test nachweisen können. Genesene erhalten in den sechs Monaten nach Genesung ebenfalls diesen Status bzw. 14 Tage nach Erhalt der ersten Impfdosis auch darüber hinaus. Die Befreiung von der Testpflicht gilt nicht für Personen, die mindestens ein Symptom zeigen, das auf eine Infektion mit SARS CoV-2 hinweist. Zudem bleiben die Testpflichten im Zusammenhang mit dem Besuch von Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (§ 29 der Verordnung) bestehen.

Als Genesene gelten diejenigen Personen, die ein mindestens 28 Tage zurückliegendes positives PCR-Testergebnis oder eine ärztliche Bescheinigung der Infektion nachweisen. Als Nachweis werden - jeweils mit Angabe des Testzeitpunktes - anerkannt:

  • das Laborergebnis,
  • ein ärztliches Attest über die erfolgte Infektion auf der Grundlage eines PCR-Tests oder
  • der Absonderungsbescheid des Gesundheitsamtes, soweit in diesem der positive PCR-Test als Begründung aufgeführt ist oder
  • eine Bestätigung des zuständigen Gesundheitsamtes.

Genesenen Personen, denen die angeführten Nachweise nicht vorliegen, wenden sich bei Bedarf bitte an ihren Hausarzt oder per E-Mail an das Gesundheitsamt des Landkreises Meißen unter der E-Mail-Adresse ga.bescheidnoSpam@kreis-meissen.de. Um eine schnelle Bearbeitung zu ermöglichen wird um Angabe des vollständigen Vor- und Zunamens, des Wohnortes sowie des Geburtsdatums gebeten.

Ab 1. Juli regionale Schul- und Kita-Schließungen sind nicht mehr vorgesehen

Unterhalb einer stabilen "Inzidenz von 10" gilt für den Zutritt in Schulen und Kindertageseinrichtungen eine einmal wöchentliche Testpflicht. Diese Reglung tritt gemäß 5-Tage-Regel (s.unten -d.Red.) in Kraft. Oberhalb der "10er Inzidenz" bleibt es bei der zweimaligen Testpflicht pro Woche. Das sieht die neue Schul- und Kitabetriebseinschränkungsverordnung vor, die heute vom Kabinett beschlossen wurde und ab dem 1. Juli 2021 gilt.

Die Verordnung sieht zudem vor, dass oberhalb einer "Inzidenz von 100" Grund- und Förderschulen sowie Kindertageseinrichtungen in den eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Klassen oder Gruppen und alle anderen weiterführende Schulen in den Wechselbetrieb gehen müssen. Da die Bundesnotbremse nicht mehr gilt, können nun die Einrichtungen inzidenzunabhängig geöffnet bleiben. Regionale Schul- und Kita-Schließungen sind nicht mehr vorgesehen.

Für Abschlussklassen und Abschlussjahrgänge kann auch oberhalb einer "Inzidenz von 100" Regelbetrieb stattfinden. Entscheidend sind jeweils die regionalen Werte in den Kreisen.

Wie bisher sieht die Verordnung vor, dass die Schulen und Kindertageseinrichtungen unterhalb einer "Inzidenz von 100" im Regelbetrieb geöffnet bleiben.

Es bleibt zudem dabei, dass die Maskenpflicht für Schülerinnen, Schüler, schulisches Personal und Hortpersonal wegfällt, wenn die "Inzidenz" im Kreis stabil unter 35 liegt. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes (sogenannte OP-Maske) oder einer FFP 2-Maske wird nur noch "empfohlen".

Für Schulen gilt Hotspot-Regelung

Um besser auf lokale Infektionsgeschehen reagieren zu können, enthält die Verordnung eine erweiterte Hotspotregelung. So kann bei Auftreten einer Infektion mit SARS-CoV-2 bei mehr als einer Person in einer Schule das Tragen von Masken, die Zutrittsbeschränkung, das Wechselmodell oder gar eine vollständige oder teilweise Schließung von Schulen angeordnet werden - ungeachtet entsprechend niedriger Inzidenzwerte außerhalb der von vermehrten Infektionen betroffenen Schule.

5-Tage-Regel:

Sowohl beim Über- als auch beim Unterschreiten der Schwellwerte 10, 30, 100, 150, 160 und 200 gilt einheitlich die Regel, dass die so genannte "7-Tage-Inzidenz" in einem Kreis an fünf aufeinanderfolgenden WERKTAGEN über- bzw. unterschritten sein muss, ehe die jeweilige Regelung in Kraft gesetzt werden kann bzw. muss. Die Inkraftsetzung wird erst wirksam per Notverordnung durch das Landratsamt am übernächsten Tag. 

LANDKREIS MEISSEN: Inzidenz unter 35 - was ist seit 14. Juni möglich?

Zur aktuellen Entwicklung im Landkreis, speziell in Radeburg und Umgebung

Wie entwickelt sich die "Inzidenz" im Landkreis weiter?

Der Gesetzgeber hat so genannte die "7-Tage-Inzidenz" der Landkreise zum Kriterium für die einleitung bzw. Aufhebung von Maßnahmen gemacht. Deshalb ist die "Inzidenz" der Landkreise eine für die öffentliche Information relevante Größe. 

Derzeit gelten die "U35-Regeln" im Landkreis Meißen, in den angrenzenden Landkreisen und in der Landeshauptstadt. Diese sind mit Bezug auf die Coronaverordnung alle gleich. Die in diesem Sinne maßgebende Kennzahl "Inzidenz im Landkreis Meißen" finden Sie auf der Seite Coronavirus-Statistiken des Landkreises.

Falls Sie die Zahlen im Bund-Länder-Vergleich erfahren wollen, finden Sie diesen unter diesem Link im Corona-Dashborard des Robert-Koch-Institutes (RKI)
Falls Sie die Zahlen Landkreis-Vergleich erfahren wollen, finden Sie diesen unter diesem Link im Corona-Dashborard des RKI.

Für Interessierte stehen auch die "Inzidenzen" der Kommunen zur Verfügung. Diese sind jedoch ohne Relevanz für politische Entscheidungen und in ihrer Aussagekraft ohnehin umstritten
Die Zahlen können Sie dennoch auf der Seite "Infektionsfälle Sachsen" des Freistaates täglich abrufen.

Wo oder wobei besteht noch Testpflicht?

  • an Schulen für Schüler und Lehrkräfte
  • Großveranstaltungen § 7 Mehr als 1.000 Besucher, unabhängig von Veranstaltungsort und Veranstaltungsart (ausgenommen Tagungen, Kongresse, Messen und Versammlungen im Außenbereich
  • Dampfbäder, Dampfsaunen, Saunen
  • Diskotheken, Clubs, Musikclubs
  • Prostitutionsstätten, Prostitutionsveranstaltungen, Prostitutionsvermittlungen, Prostitutionsfahrzeuge
  • Hochschulen, Berufsakademie Sachsen, nur sofern diese für eine Einrichtung konkret angeordnet wird
  • Kunst- Musik- und Tanzschulen, außer für Schüler

darüber hinaus, wenn Mindestabstand 1,5m nicht eingehalten werden kann auch für

  • Sport mit Publikum für das Publikum
  • Museen, Galerien, Ausstellungen, Gedenkstätten, Kinos, Theater, Bühnen, Opernhäuser, Konzerthäuser, Konzertveranstaltungsorte, Musiktheater und ähnliche Einrichtungen für Publikum sowie Kulturveranstaltungen im Außenbereich
  • Indoorspielplätze, Zirkusse, sonstige gewerbliche Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen

Informationsquellen:

SCHNELLTESTS IN RADEBURG UND UMGEBUNG

Achtung, Testzentrum Radeburg nur noch Dienstag und Donnerstag geöffnet!

Zwei Teststellen in Radeburg

  • Radeburg: Testzentrum, F.-L.-Jahn-Allee 9 (Sportzentrum)
    Keine Anmeldung, Wartezeiten einplanen! PA und Chipkarte der Krankenkasse mitbringen.
    Die Öffnungszeiten am Mittwoch entfallen nachfragebedingt. Die Öffnungszeiten für die kostenlosen Bürgertestungen am Dienstag und am Donnerstag bleiben weiterhin wie bisher.

    Dienstag von 9 – 14 Uhr
    Donnerstag von 9 – 14 Uhr

  • Radeburg: Testpunkt dm-Drogeriemarkt, Lindenweg 1a,
    Nur mit Anmeldung 035208 346628 oder online Termin buchen

Zwei Testpunkte in Moritzburg

  • Boxdorf: Kosmetikstudio Claudia Ulbrich, Dresdner Straße 23
    Nur mit Anmeldung: 0173 3945055 oder www.coronatestpunkt.de
    Mo 07:30 - 13:00 Uhr, Mi 13:00 - 18:00 Uhr, Do 07:30 - 13:00 Uhr
  • Moritzburg: Lindengarten, Schloßalle 44
    Nur mit Anmeldung: 0173 3945055 oder www.coronatestpunkt.de
    Di 07:30 - 13:00 Uhr, Fr 13:00 - 18:00 Uhr

Weitere verfügbare Orte für Schnelltests

Der Landkreis hält eine eigene Seite mit "Coronatest-Kontaktdaten" des Landkreises vor - alles einschl. Öffnungszeiten über die Feiertage - vom Gesundheitsamt bis zu den Schnelltest-Einrichtungen (einschl. Information, ob man sich vorher anmelden muss oder nicht). Darüber hinaus finden Sie auf der Seite "Coronatests in Sachsen" durch Eingabe der Postleitzahl in eine interaktive Karte "für Sie naheliegende" Schnelltestmöglichkeiten jenseits der Kreisgrenze.

Tagesaktueller Test - was ist das?

Corona-Tests im Überblick - Betriebliche Tests auch außerhalb nutzbar!

Tagesaktuelle Antigen-Schnelltests haben ihren Namen, weil bei dem Test ein Ergebnis schnell (in wenigen Minuten) an Ort und Stelle vorliegt, sie aber auch nur 24 stunden gültig sind. Bei einem positiv ausfallenden Test werden körperfremde Molekülstrukturen entdeckt, die von der Oberfläche des SARS-COV-2-Virus stammen können und die in aller Regel von der körpereigenen Immunabwehr durch die Bildung z.B. von Antikörpern selbst zerstört werden. Die Schnelltests müssen von geschultem Personal (zum Beispiel in einem Testzentrum) durchgeführt werden – dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Im Falle eines positiven Schnelltests besteht Meldepflicht. Die Meldung erfolgt durch den testenden an das zuständige Gesundheitsamt. Die getestete Person muss sich bis zum Vorliegen eines PCR-Testergebnisses isolieren. Ist auch das PCR-Testergebnis positiv sind die Anordnungen des Gesundheitsamtes zur Quarantäne zu befolgen.

Tagesaktuelle Antigen-Selbsttests haben ihren Namen, weil die Tests (ähnlich wie ein Schwangerschaftstest) selbst durchgeführt werden können. Sie sind ebenfalls nur 24 Stunden gültig. Technisch funktioniert der Selbsttest wie ein Schnelltest. Es erfolgt ein Nachweis von molekularem Antigenmaterial. Ein Schnelltest ist ab 22. Mai nur gültig, wenn er vor Ort unter Aufsicht desjenigen, der der jeweiligen Schutzmaßnahme unterworfen ist (z.B. Friseur) durchgeführt wird. Ausnahme: der Test erfolgte bereits beim Arbeitgeber. "Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Beschäftigten, die an ihrem Arbeitsplatz präsent sind, ein Angebot zur Vornahme eines kostenlosen Selbsttests mindestens einmal pro Woche zu unterbreiten." [§3a(1) C-VO] Es empfiehlt sich daher, bei Wahrnehmung eines testpflichtigen Termins (z.B. Friseur oder Click & Meet) - diese Möglichkeit zu nutzen. Für Beschäftigte, die mehrmals getestet werden müssen, gilt dies entsprechend. "Die im Rahmen dieser betrieblichen Testung ausgestellten Nachweise zählen als tagesaktueller Testnachweis auch für andere Angebote," erklärt das SMS. Im Falle eines positiven Selbttests gilt das selbe wie beim Schnelltest.

PCR-Tests gelten als der "Goldstandard" beim Nachweis des SARS-COV-2-Virus, denn sie sind weniger fehleranfällig als Antigentests. Sie sind aber dennoch fehleranfällig und können teilweise falsche positive oder falsche negative Resultate ergeben sowie auf nicht-infektiöse Viren­fragmente einer früheren Infektion reagieren. Das RKI schreibt: "Die RNA von SARS-CoV-2 (ist) bei vielen Patienten noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR-Untersuchung nachweisbar." Es ist deshalb falsch, bei den Meldezahlen von "Neuinfektionen" zu sprechen.

Antikörpertests bieten den sichersten Nachweis mit Sensitivitäten bis zu 100 % und Spezifitäten von bis zu 99,8 % (123). Dennoch kann sich das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium seit einem Jahr nicht dazu durchringen, eine Regelung für die Kostenerstattung von Testungen auf das Vorhandensein von Antikörpern durch die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung zu treffen, da noch ungeklärt sei, inwieweit ein Antikörpernachweis etwas über die Immunität aussage.“ Diese Aussage erscheint aufgrund der Menge an inzwischen vorliegenden Daten fadenscheinig, weil der Nachweis von Antikörpern des Typs IgM und IgG auch und gerade bei Corona beweist, dass eine Infektion schon länger zurückliegt und man keine Neuinfektion darstellt. Man muss diesen Test also derzeit selbst bezahlen und er dient leider nur dem eigenen guten Gewissen. Es ergibt sich kein Rechtsanspruch, durch Nachweis von IgG-Antikörpern von einer Quarantäne entbunden zu werden.