Coronasituation in Radeburg und Umgebung

*aktualisiert 16.01., 15:30 Uhr*

nach den Rekordwerten während der Feiertage - die sog. Inzidenz überschritt am 31.12. den Wert von 600 und erreichte am Freitag, dem 01.01., einen neuen Höchststand von 613,9. Danach war der Landkreis Meißen - trotz amtlich bescheinigter hoher Disziplin - drei Wochen Lang Deutschlands "Inzidenz-Rekordhalter". Seit Montag fiel nun die Inzidenz um rund 30%, ist aber weiter sehr hoch.

 

Seit 16.12. gilt die geänderte Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen. Sie wurde an die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten vom 13. Dezember angepasst und inzwischen bis 7. Februar verlängert.

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Seit Mittwoch, den 16.12., gilt die geänderte Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen. Sie wurde an die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten vom 13. Dezember angepasst. In der Pressemitteilung des SMS heißt es dazu:

Geändert wurden die Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage: Nun gilt, dass im Zeitraum vom 24. Dezember bis 26. Dezember als Ausnahme Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen, zuzüglich Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, aus dem engsten Familien- und Freundeskreis zugelassen sind. Dies umfasst Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandten in gerade Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige. Solche Treffen sind auch zulässig, wenn dies mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen ab Vollendung des 14. Lebensjahres bedeutet.

Angesichts des hohen Infektionsgeschehens wird dringend empfohlen, Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen zu Weihnachten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Friseure müssen schließen. Der Großhandel, beschränkt auf Gewerbetreibende, sowie Floristiker dürfen wieder öffnen.

Für Alten- und Pflegeheime sowie ambulante Pflegedienste wird eine regelmäßige Testung für die Beschäftigten, möglichst zweimal wöchentlich, angeordnet. Im Übrigen wird auch weiteren Einrichtungen dringend empfohlen, den Anspruch auf Testung gemäß der Corona-Testverordnung regelmäßig möglichst zweimal wöchentlich für die Beschäftigten zu gewährleisten.
Beschäftigte von Bestattungsunternehmen haben nun Anspruch auf Notbetreuung (wenn beide Sorgeberechtigten bzw. der alleinige Sorgeberechtigte entsprechend tätig sind und die Betreuung nicht abgesichert werden kann). Zudem Beschäftigte von Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen (wenn nur einer der Sorgeberechtigten entsprechend tätig ist).

Positiv getestete Personen und Kontaktpersonen im Kreis Meißen, speziell RAZ-Verbreitungsgebiet

aktuell positive und Kontaktpersonen*

  So Mo Di Mi Do Fr Sa
Landkreis 1511 1459 1532 1682 1526 1461 1256
Kontaktp.* 438 445 534 637 784 1001 1136
Radeburg 46 44 51 57 49 44 42
Kontaktp.* 7 5 5 16 22 27 30
Moritzburg 47 47 53 54 41 34 23
Kontaktp.* 13 13 18 19 23 32 33
Ebersbach 22 23 27 31 31 27 23
Kontaktp.* 5 7 10 13 15 21 22
Thiendorf 11 14 15 21 25 28 28
Kontaktp.* 3 3 4 11 15 16 22

Datenquelle: Gesundheitsamt Meißen
Stand: 16.01.2020

* Kontaktpersonen einschl. Reiserückkehrer

In Radeburg 10 Corona-Tote in 2020

Die o.g. Statistik weist für Radeburg in 2020 10 Fälle aus, bei denen die Verstorbenen einen positiven PCR-Test hatten. Laut Standesamt Radeburg sind 2020 in Radeburg insgesamt 128 Personen verstorben. 

Rückgang der "Inzidenz" um rund 30% von Montag auf Mittwoch. Amtsärztin: Entwicklung bleibt abzuwarten

Die Feiertage verliefen im Gesundheitsamt des Landkreises Meißen nach Aussage der Amtsärztin ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Die Erfassung neuer Fälle wurde über die Feiertage und den Jahreswechsel unvermindert fortgeführt. Auch die weiteren Mitglieder des Krisenstabes – unter anderem von Polizei sowie Brand- und Katastrophenschutz, Rettungswesen – vermeldeten keine besonderen Vorkommnisse und ein ruhiges Silvester. Anders, als unter diesen Rahmenbedingungen zu erwarten, stieg die Inzidenz zwischen den Feiertagen im Landkreis über 500 und schließlich zwei Tage über 600, um nach den Feiertagen wieder abzusinken. Amtsärztin Dr. Simone Bertuleit konstatierte am Dienstag, dem 12. Januar, auch weiterhin ein dynamisches Geschehen und eine angespannte Lage: „Wir haben nach wie vor Ausbrüche in Seniorenpflegeeinrichtungen zu verzeichnen (siehe dazu auch Beitrag von , beobachten aber überwiegend ein diffuses Infektionsgeschehen innerhalb der Bevölkerung." Die Situation in den Elblandkliniken ist nach wie vor unverändert und von einer sehr hohen Zahl an Patienten geprägt.

Gegenwärtig (Stand 12. Januar) arbeiten 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt Meißen an der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Gesundheitsamt selbst und aus anderen Bereichen des Landratsamtes handelt es sich dabei um Bedienstete des Freistaates, um Studierende der Hochschule für Verwaltung, um Freiwillige des THW und Personal aus den Reihen der Bundeswehr. Aktuell unterstützen 92 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr den Landkreis an verschiedenen Einsatzorten. Weitere rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden zur Unterstützung in der kommenden Woche im Gesundheitsamt erwartet, darunter auch Personal der Sparkasse Meißen sowie aus den Städten und Gemeinden der Region.

Antworten auf Fragen zur Impfung

Den Komplex "Fragen zur Impfung" finden Sie in unserem Beitrag hier.

"Inzidenz" im Landkreis Meißen

Meldezahl seit Montag um fast 30% gefallen

Quelle: RKI Dashboard
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26.12. 29.12. 30.12. 31.12. 01.01. 02.01. 03.01.
464,8 510,9 575,9 601,1 613,9 594,1 544,9
04.01. 05.01. 06.01. 07.01. 08.01. 09.01 10.01.
530,0 492,7 457,1 483,2 541,1 558,1 523,3
11.01. 12.01 13.01. 14.01. 15.01. 16.01.  
546,9 434,8 393,8 401,7 401,3 387,6  

Laut RKI (Glossar) beschreibt "die Inzidenz die Menge von Zugängen (Inzidenzfälle) in einen Bestand von Kranken/Betroffenen." In der gegenwärtigen Corona-Praxis wird aber die Zahl von positiven PCR-Tests (die ein Indiz für eine möglicherweise vorliegende oder zurückliegende Infektion sind) ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung gesetzt. Inzidenz  (z.B.) 200 bedeutet, dass 2 von 1000 Bürgern positiv getetet wurden. Diese zwei müssen noch nicht einmal ansteckend oder gar krank sein. Trotzdem besteht kein Grund zu Sorglosigkeit, denn es wurden nicht alle von den "1000 Bürgern" getestet, so dass eine Dunkelziffer durchaus auch höher sein kann.
Infoquelle zur Bewertung dieser Testpraxis (Norddeutscher Rundfunk / NDR) - Suchwort: Melderate (PDF, 0,8 Mb)
 

Darf man trotz Ausgangssperre spazieren gehen?

Oder anders gefragt: ist ein Spaziergang ein triftiger Grund?

Im Prinzip ja, aber mit Einschränkungen. In der Coronaschutzverordnung (SächsCoronaSchVO) heißt es, dass "Sport und Bewegung im Freien" grundsätzlich erlaubt sind, aber

  • nur in einem Radius von 15 Kilometern zum eigentlichen Aufenthaltsort (in der Regel Wohnung);
  • nur allein oder (wie in der Wohnung gelten so genannte Kontaktbeschränkungen) nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und Angehörigen eines weiteren Hausstandes bis zu insgesamt 5 Personen und beliebig vielen minderjährigen Kindern dieser Hausstände;
  • und derzeit (siehe in Folgendem) in der verschärften Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr.

Derzeit werden an mehr als 5 Tagen hintereinander täglich mehr als 200 Positivtests pro 100000 Einwohner gemeldet. Das bedeutet, dass eine verschärfte Ausgangssperre in der genannten Zeit von 22 bis 6 Uhr besteht. In dieser Zeit ist das Verlassen der eigenen vier Wände nur erlaubt zur Ausübung des Berufs, auf dem Weg von und zur Kindernotbetreuung, zum Besuch des Ehe- oder Lebenspartners, zur Wahrnehmung des notwendigen Lieferverkehrs, zum Besuch hilfsbedürftiger und kranker Menschen sowie zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, Arztbesuch, Begleitung Sterbender und unabdingbare Versorgung von Tieren - also von 22 bis 6 Uhr NICHT Spazierengehen oder Sporttreiben! 

Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur erlaubt sondern sinnvoll!

Zwar ist durch die Ausgangssperre der Bewegungsradius reduziert, aber nicht gänzlich aufgehoben. Aus gutem Grund. Wir sollten auf Bewegung an der frischen Luft nicht verzichten. Bei gebotener Einhaltung der Regeln ist es "sogar sinnvoll, sich regelmäßig draußen zu bewegen, denn Sauerstoff und Sonnenlicht fördern das Immunsystem und heben die Stimmung," schreibt Johanna Schmidbauer unter dem Titel "Bewegung im Freien trotz Corona" direkt an Risikogruppen gewandt, aber das gilt natürlich auch für alle anderen. Weiter schreibt sie: "Solange es also keine zugelassene Impfung oder Therapie gibt, ist die Stärkung unseres Immunsystems eine wichtige Unterstützung für unseren Körper im Falle einer COVID-19-Erkrankung. Dazu tragen eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf genauso bei wie tägliche Bewegung und frische Luft."

Muss man beim Spazierengehen und Sporttreiben eine Maske tragen?

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht nicht bei der sportlichen Betätigung (z.B. Joggen) und bei der Fortbewegung mit Fortbewegungsmitteln (z.B. Fahrrad, Skateboard). Für andere Bewegungsarten wie das Spazierengehen ist das leider nicht so eindeutig geregelt. Mehr dazu unter "Muss man im Freien jetzt auch Masken tragen?"

 

Muss man im Freien jetzt auch Masken tragen?

JA - dort wo es vorgeschrieben ist, ansonsten eher NEIN.

Eine Verpflichtung zum Tragen einer so genannten Mund-Nase-Bedeckung (im Folgenden: Maske) im Freien besteht immer dann, "wenn sich in der Öffentlichkeit Menschen begegnen" (§3 SächsCoronaSchVO). Ab wann von einer "Begegnung" die Rede ist, wird nicht eindeutig gesagt, man kann aber davon ausgehen, dass dies spätestens der Fall ist, wenn der Mindestabstand von 1,50 m bei einer Begegnung mit einer fremden Person nicht eigehalten werden kann (§1, Abs.1 SächsCoronaSchVO). Es ist also nicht notwendig, wenn Sie im eigenen Auto sitzen, im Wald spazieren gehen oder in der Stadt ihnen Personen auf der anderen Straßenseite entgegenkommen, dass Sie eine Maske aufziehen.

Es sind jedoch auch konkrete Plätze im freien benannt, bei denen in jedem Fall die Maske zu tragen ist - theoretisch selbst dann, wenn man sich allein dort aufhält. Alle Informationen dazu finden Sie in den FAQ des sächsischen Corona-Seiten.

Das Tragen der Maske im Freien ohne konkreten Grund ist auch deshalb nicht zu empfehlen, weil gerade bei Kälte durch an der Maske kondensierende Atemluft die Maske durchfeuchtet. Eine durchfeuchtete Maske ist wirkungslos und muss gewechselt, entsorgt bzw. bei 95°C gereinigt werden. Wenn Sie also im Freien ständig Maske tragen, müssen Sie diese in der Regel dann, wenn Sie eine Schutzwirkung erbringen soll, nämlich weil sie anderen Menschen begegnen, schon wieder wechseln.

In einer durchfeuchteten Maske sammeln sich Bakterien, Viren und Keime. Wenn Sie vor einem Geschäft eine durchfeuchtete Maske wechseln müssen, müssen Sie danach auch unbedingt Ihre Hände desinfizieren, denn Sie könnten die krankmachende Agens dann möglichwerweise an Ihrem Einkaufswagen, an Lebensmitteln oder am Kartenlesegerät hinterlassen. 

Wird die Maske anlasslos im Freien getragen, wird auch verhindert, dass man frische, saubere Luft einatmet, was die Atemwege reinigt. Ist der Luftaustausch gestört, steigt das Risiko, dass sich krankmachende Substanzen so anreichern, dass die Imunabwehr damit nicht mehr fertig wird und man dann erst recht erkrankt. Fachlich fundierte Informationen dazu im Fachblatt "Krankenhaushygiene up2date" vom Thieme-Verlag.

Das achtlose Wegwerfen oder nachlässige Verlieren von Masken wird zu einem neuen Problem, zumal Masken auch nichts in öffentlichen Papierkörben zu suchen haben. Masken sind Sondermüll. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls Thomas Wheeler von Deutschlandradio Kultur in einem aktuellen Beitrag.

 

Infos zur Notbetreuung

Zur Notbetreuung in den Kitas und Schulen gab es in der ersten Wochenhälfte verstärkte Nachfragen an das Landratsamt. Daher stellt der Landkreis Meißen an dieser Stelle noch einmal klar, dass ein Anspruch auf Notbetreuung nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung gemäß § 5a Abs. 4 SächsCoronaSchVO nur dann in Betracht kommt, wenn der Arbeitgeber des betroffenen Mitarbeiters von Anlage 1 oder 2 der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung erfasst ist. In diesem Fall ist das Unternehmen berechtigt, eine Arbeitgeberbescheinigung auf dem Formblatt zum Nachweis der beruflichen Tätigkeit für die Notbetreuung abzugeben, soweit die übrigen Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Die Prüfung, ob ein Unternehmen unter Anlage 1 oder 2 der Corona-Schutz-Verordnung fällt und ob der betroffene Mitarbeiter ggf. zu dem zwingend benötigten Personal zählt, wird nicht behördlich festgestellt, sondern soll eigenverantwortlich durch das jeweilige Unternehmen bescheinigt werden. Insoweit obliegt es auch dem Landkreis nicht, eine Systemrelevanz zu bestätigen oder zu verneinen.

ZAOE bittet: Masken verantwortungsbewusst entsorgen

Masken werden oft achtlos in Papierkörben oder in der freien Wildbahn entsorgt

Auf Nachfrage von RAZ24 teilt der Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) folgendes zur Entsorgung von Mund-Nasen-Schutz und anderen Corona-Abfällen mit:

Benutzter Mund-Nasen Schutz und alle Abfälle, die zu Hause von Verdachtsfällen oder erkrankten Patienten erzeugt wurden und u.a. mit Sekreten kontaminiert sein können, wie Taschentücher, Hygieneartikel etc., sind als Restmüll zu entsorgen. Darunter fallen beispielsweise auch sonst verwertbare Abfälle, wie Joghurtbecher, aus denen gegessen wurde. 

Die Abfälle dürfen nicht lose in dem Restabfallbehälter entsorgt werden, sondern müssen zuvor in stabile Müllsäcke verpackt und durch Verknoten oder Zubinden sicher verschlossen werden. Damit soll eine Gefährdung weiterer Nutzer der Restmülltonne und des Personals der Müllabfuhr sowie der Entsorgungsanlagen ausgeschlossen werden.

Alle anderen Haushalte trennen bitte die Abfälle wie gewohnt weiter. Der ZAOE bittet, auch an die Mitmenschen zu denken.

Es gibt also derzeit keine besonderen Regelungen zur Entsorgung von Masken, die von nicht getetsteten oder negativ getesteten Personen getragen wurden. Zur Rücksichtnahme, um die der ZAOE bittet, gehört aber sicher auch, dass man gebrauchte Masken nicht einfach in die "freie Wildbahn", auf Straßen und Feldern, in Wäldern und Parks entsorgt werden und auch in öffentliche Papierkörbe, die wieder von anderen Personen geleert werden müssen, gehören sie nicht.