Bärnsdorf bäbt: 1.9. Katrin Wettin · 2.9. Purple Schulz

Das Bäben geht in die diesjährige Endrunde. Am 1.9. kommt die in Medingen beheimatete Geigenvirtuose Katrin Wettin ins Nachbardorf und am 2.9. ist Purple Schulz an gleicher Stelle, im Landgut Mosch, zu Besuch. Tickets gibt es online bei Eventim oder - ohne Vorverkaufsgebühr - bei: KFZ-Service Bernd Schmiedgen (Bärnsdorf), Ideenwerk Kroemke (Radeburg), Die Haarmacher & Nails Uta Zillich (Berbisdorf)

Katrin Wettin und Purple Schulz

Katrin Wettin rockt Classic Sounds

Freunde und Unterstützer im Umfeld von Katrin Wettin waren überrascht, als sie für ihr Konzert „Von Bach bis AC/DC“ mutig den Alten Schlachthof mietete. Was eintrat, konnte sich außer ihr selbst kaum einer vorstellen: dass die Veranstaltung am Sonntag, dem 15. April, komplett ausverkauft war!

Einerseits freute sie, dass ihre Rechnung aufging, andererseits bedauerte sie, dass sie vielen Fans, die sich per Mail oder Facebook meldeten, sagen musste, dass es definitiv keine Karten mehr gab. Aber sie hatte auch eine gute Nachricht. Am Sonntag, dem 1. September, gibt es ein zweites „Heimspiel“ - und zwar bei uns, im Nachbardorf Bärnsdorf!

Katrin Wettin ist nicht nur in Medingen, sondern auch in der klassischen Musik zu Hause. Die Violinistin wurde in Dresden als Tochter eines Opernsängers (Semperoper) geboren und zwei ihrer drei Geschwister sind ebenfalls Musiker. Ihr musikalisches Talent wurde an der Dresdener Spezialschule für Musik und der Musikhochschule "Carl Maria von Weber" früh erkannt und maßgeblich gefördert. Mit neun Jahren gab es erste öffentliche Auftritte im Kulturpalast. Das Studium, jahrelange berufliche Praxis, Auszeichnungen und Preise lassen an ihrer Meisterschaft keinen Zweifel, auch wenn sie für viele, die in klassischer Musik nicht so bewandert sind, noch bis vor Kurzem ein Geheimtipp war. Katrin Wettin hat sich immer wieder mal an zeitgenössischer Rock- und Popmusik versucht, nun aber erstmals den Schritt gewagt, ein ganzes Programm als Grenzgängerin zwischen den Genres, mit Band, Kammerchor und Tänzerinnen, auf die Beine zu stellen.

„Ich habe in dem Programm Klassik verrockt und Rock verklassikt,“ erklärt die Künstlerin. „Wie eine wahre Künstlerin verwebt sie verschiedene Genres und lädt ihr Publikum auf eine spannende und emotionale Abenteuerreise durch die historische und neue musikalische Landschaft ein. Von den majestätischen Bergen von Bach über die blumigen Täler der Beatles bis zu den wütenden Wasserfällen von AC/DC und der leichten Brise von Mozart,“ stimmt ihre Webseite ein. In den YouTube-Konzertstücken kann man sich in ihr gefühlvolles Spiel hineinhören.

Aus Platzgründen werden wir in Bärnsdorf die Tänzerinnen leider nicht zu sehen bekommen, aber „mit ihrer Band, acht virtuosen Spielern des Kammerorchesters und atemberaubenden Lichteffekten wird sie „die Sinne mit den Extremen weich und laut, sanft und heftig, hoch und tief, hell und dunkel, ruhig und donnernd sowie traditionell und zeitgenössisch“ ansprechen und „für ein ungewöhnlich dramatisches Live- Erlebnis sorgen, das die Zuschauer in ihrem Herz berührt,“ heißt es auf der Webseite weiter.

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 2.9. Purple Schulz über den SING des Lebens

Purple Schulz machte zuletzt nicht nur von sich hören, sondern auch von sich lesen. In einem offenen Brief an die Phono-Akademie geißelte er den Echo-Preis als solchen und ließ keinen guten Faden an Kollegen, die den Preis wegen der Verleihung an Kollegah und Co. empört zurückgaben. Aber auch an Letztgenannten ließ er keinen guten Faden.

„Ich fand es schon immer absonderlich, dass sich die Musikindustrie selber Preise verleiht für ihre Verkaufszahlen,“ schrieb er und meinte, dass dieser Fakt der Selbstdarstellung der Preisträger bis zu diesem Ereignis ja auch keinen Abbruch getan hätte und dass diese damit längst bewiesen hätten, dass es ihnen nicht um die Fans, sondern nur um ihr Geld ginge. Er zitierte Tim Renner, der sagte, wäre der Echo ein Gastronomiepreis und würde dort der Produzent mit dem größten Umsatz geehrt, wäre das McDonalds mit dem Hamburger. Kein leidenschaftlicher Koch würde sich an so einem Wettbewerb beteiligen. Kollegah und Bang hält er für „Preisträger, über die bald niemand mehr reden wird, weil ihr ‚künstlerisches Potenzial‘ mit dem Ende ihrer Postpubertät erschöpft sein wird.“

Purple Schulz zeigt sein Potenzial schon seit über 30 Jahren. Ähnlich wie Katrin Wettin beginnt ein gewisser Rüdiger Schulz seine musikalische Lehre im frühen Schulalter. Er erhält Klavierunterricht und später auch Unterricht an der Orgel... Im Alter von 13 Jahren nervt er die Verkäufer des einzigen Kölner Orgelgeschäfts mit zahlreichen Interpretationen von Deep Purples „Child in time“ an einer für ihn unerschwinglichen Hammondorgel, was ihm den Spitznamen „Purple“ einbringt.

1984 gelingt ihm der musikalische Durchbruch mit der Single „Sehnsucht“. Er schafft es bis Platz 5 in den Charts. Das Nachfolgealbum „Verliebte Jungs“ enthält mit „Nur mit dir“, „Kleine Seen“ und dem Titelsong gleich drei weitere Hits, die zum Alltagsbegleiter mehrerer Musikgenerationen wurden und über die Ära der Deutschen Welle hinaus bestand hatten.

Mit dem Album „Sing des Lebens“ hat er nach längerer Pause noch einmal den Sprung in die Charts geschafft. In seiner Biographie heißt es: „Schulz kennt keine Tabus, singt über die Liebe und das Leben, aber auch über Themen wie den Tod, Psychosen, Gewalt, Terror und die Flüchtlingsproblematik. Und doch gelingt es ihm immer wieder, sein Publikum zum Lachen zu bringen.

Ein Abend mit Purple Schulz ist eine einmalige Mischung aus Konzert und Kabarett, aus Poesie und Protestsong. Eine Reise durch das Leben, so wie es wirklich ist. Es sind die passenden Worte zu den richtigen Tönen, auch zwischen den Songs, die für den Gänsehautfaktor sorgen.“ Purple Schulz steht für musikalische Qualität. Deshalb hat sie Bestand, ist in „aller Ohren“ und vielleicht auch in Bärnsdorf in „aller Kehlen“.