Nur noch 179.000 Euro Kreditverbindlichkeiten weist der Radeburger Haushalt zum 30. Juni 2026 aus. Diese erfreuliche Zahl brachte Gerald Schneider, Sachgebietsleiter Finanzen, dem Stadtrat in seinem Bericht zur Haushaltslage mit. Auf der Tagesordnung standen außerdem neue Wassergebühren, die Schlussfinanzierung des Oberschulanbaus und erneut der Wohnpark Volkersdorf. Alle zur Abstimmung gestellten Beschlüsse wurden angenommen, allerdings teilweise mit Gegenstimmen.
Solider Haushalt mit niedriger Restschuld
Neue Kredite wurden im ersten Halbjahr nicht aufgenommen, auch Kassenkredite waren nicht erforderlich. In der Finanzrechnung standen zum Halbjahresende rund 7,43 Millionen Euro liquide Mittel. Der Bericht bewertet die Haushaltslage als „grundsolide“.
Dazu tragen höhere Einnahmen bei. Die Gewerbesteuer lag zum Berichtsstand rund 1,5 Millionen Euro über dem Plan. Hinzu kommen für 2026 etwa 1,14 Millionen Euro mehr allgemeine Schlüsselzuweisungen als veranschlagt. Aus der laufenden Verwaltungstätigkeit ergab sich im ersten Halbjahr ein positiver Zahlungsmittelsaldo von 548.000 Euro.
Ein Teil des günstigen Zwischenstandes erklärt sich allerdings durch später umgesetzte Unterhaltungs- und Investitionsmaßnahmen. So hatte die Stadt für die Ortsdurchfahrt Berbisdorf im Zuge der S 80 bis Ende Juni noch keine Investitionsauszahlungen geleistet. Der Halbjahresbericht ist deshalb eine Momentaufnahme und noch kein Jahresabschluss.
Neue Gebühren für Trinkwasser und Abwasser
Der Stadtrat bestätigte die Gebührenkalkulationen für 2026 bis 2028 und beschloss die zugehörigen Satzungen. Beim Trinkwasser steigt die Verbrauchsgebühr von bislang 2,34 Euro auf 2,91 Euro je Kubikmeter für 2026. Ab 2027 werden 3,08 Euro je Kubikmeter fällig; dieser Satz gilt auch für 2028. Die Beträge verstehen sich jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Die monatlichen Grundgebühren bleiben unverändert.
Bei der Schmutzwasserentsorgung ist die Entwicklung anders: Für 2026 sinkt die Gebühr von 3,47 Euro auf 3,39 Euro je Kubikmeter. Für 2027 und 2028 steigt sie dann auf 3,66 Euro. Die neuen Festsetzungen für 2026 gelten rückwirkend ab dem 1. Januar.
Andreas Hübler (ULR) stimmte gegen die Kalkulationen sowie gegen die Beschlüsse zu Trink- und Schmutzwasser. Er kritisierte eine aus seiner Sicht unzureichende Evaluierung.
Einstimmig angenommen wurde dagegen die Satzung zur Entsorgung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben. Für Fäkalienschlamm aus Kleinkläranlagen beträgt die Gebühr 2026 nun 65,30 Euro je Kubikmeter, für Abwasser aus abflusslosen Gruben 52,52 Euro. Beide Werte liegen unter denen des Vorjahres. Ab 2027 gelten 75,48 beziehungsweise 55,25 Euro je Kubikmeter, unverändert auch für 2028.

