Wie aus dem Newsletter hervorgeht, müssen bis zum 31. Dezember 2027 mindestens 1,3 Prozent der Fläche in der Planungsregion als Vorranggebiete für die Windenergienutzung bereitgestellt werden.
Die Planungsregion umfasst neben dem Landkreis Meißen auch Teile des Osterzgebirges und des Großraums Dresden. Der Verband steht laut Newsletter vor „einigen Herausforderungen“, insbesondere aufgrund von Siedlungsdichte, Schutzgebieten und naturräumlichen Strukturen (siehe Tabelle unten).
Der in den vergangenen anderthalb Jahren erarbeitete Planentwurf soll am 23. März 2026 in der Verbandsversammlung zur Freigabe für das öffentliche Beteiligungsverfahren vorgelegt werden.
Sofern die Freigabe erfolgt, beginnt das Beteiligungsverfahren voraussichtlich in der ersten Maihälfte und läuft bis in den Juli hinein. Begleitend kündigt der Verband Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit an.
Bürgermeisterin Ritter erläuterte im Stadtrat, dass die Planunterlagen am 26. Februar an die Mitglieder der Verbandsversammlung versandt und gleichzeitig online zugänglich gemacht wurden. Sinngemäß verwies sie darauf, dass die Kommunen damit frühzeitig informiert seien und nun die Möglichkeit bestünde, sich intensiv mit den Planunterlagen auseinanderzusetzen. Entscheidend sei, dass die Stadt ihre Belange im Verfahren sachlich und rechtzeitig einbringe.
Die Planunterlagen hat RAZ inzwischen durchgesehen. Der Flächenverbrauch beläuft sich auf 421 ha. Um sich das vorzustellen: das sind zusammen 590 Fußballfelder. Legt man die von SachsenEnergie genannte Faustzahl von rund 23 Hektar Bau- und Verkehrsfläche pro Anlage zugrunde, könnten auf den ausgewiesenen Vorrangflächen rechnerisch bis zu 18 Windenergieanlagen des Typs Vestas V172 entstehen. Die tatsächliche Zahl der Windräder hängt vom tatsächlich zum Einsatz kommenden Typ, konkreter Auslegung, Abständen, Artenschutz und Netzanbindung ab und soll hier nur als Orientierung dienen. Bei Errichtung dieser Anlagen mit bis zu 199 Meter Nabenhöhe und 172 Meter Rotordurchmesser (Gesamthöhe bis zu 280 Meter) beträgt die real zu erwartende Leistung etwa 126 Megawatt. Das entspricht einer jährlichen Strommenge von etwa 200 Gigawattstunden – rechnerisch genug für rund 57.000 Haushalte. Damit könnten beispielsweise die Haushalte einer Stadt wie Meißen und Großenhain zusammen vollständig versorgt werden. Allerdings handelt es sich dabei um einen reinen Jahresvergleich: Da Windenergie wetterabhängig erzeugt wird, fällt diese Art der Stromproduktion zeitlich sehr ungleichmäßig an. Eine sichere Stromversorgung ist das nicht und dem entgegen steht das Konfliktpotential in Bezug auf unsere natürliche Umwelt, deren Schädigung wir billigend in Kauf nehmen müssten.
Wie eine stabile, umweltverträgliche Stromversorgung künftig gewährleistet werden kann, gehört deshalb zu den zentralen energiepolitischen Fragen, für die sich nicht nur Bürgerinitiativen, sondern auch lokale Parlamente stark machen sollten. Eine Einordnung dazu lesen Sie in unserem Kommentar unten auf dieser Seite.
Links:

