Eine Nachlese zu den 2. Radeburger Musiktagen

Vom 13. bis zum 15. Juni 2025 fanden die 2. Radeburger Musiktage an zwei verschiedenen Orten des Kirchspiels statt.  

Der Posaunenchor vor seinem Auftritt in der Radeburger Kirche.

Der Posaunenchor vor seinem Auftritt in der Radeburger Kirche.

Das Eröffnungskonzert wurde vom Posaunenchor Radeburg (Foto) mit Gästen anderer Posaunenchöre aus Thüringen und Sachsen, welche sich eigens für diesen Anlass zusammengefunden haben, gestaltet. Gespielt wurden Stücke aus den verschiedenen Epochen der Musikgeschichte, von Bach bis hin zur Moderne. Bei dieser sorgsam gewählten Mischung hatte jeder Gast die Chance sein ganz persönliches Lieblingsstück des Abends zu finden.  

Ludwig Müller, Gemeindepädagoge, schrieb gemeinsam mit den Kindern in Eigenregie ein Kindermusical. „Agentenjagd Mission Impossible“ feierte bereits im Vorfeld Premiere und wurde im Rahmen der Musiktage erneut aufgeführt. Mit Unterstützung von Kantor Veit Martin und weiteren Musikern wurde die Geschichte von Josua und der berühmten Einnahme der Stadt Jericho von den Kindern erzählt und gesungen. Mit einem wunderbaren Blick fürs Detail wurde das Stück gestaltet, Kulissen gebastelt und Kostüme ausgesucht. Symbolisch fiel letztlich die Stadtmauer Jerichos in den Altarraum der Radeburger Kirche. Liebe Kinder, lasst euch gesagt sein: Ihr wart grandios!

Die Vormittage des musikalischen Wochenendes waren Johann-Sebastian Bach und zwei seiner Kantaten gewidmet, welche jeweils in einen Gottesdienst in Bärnsdorf und Radeburg eingebettet wurden. Beide Werke sind in großen Teilen für Solostimmen geschrieben und werden lediglich durch einen Choral beendet.  

Den abschließenden Höhepunkt des Wochenendes bildete die Aufführung der Pastoralmesse F-Dur op.147 von Anton Diabelli. Mit dieser Messe schuf Diabelli ein musikalisches Gebet, ein klassisches Stück, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte. Das Werk voll innerer Ruhe, Licht und festlicher Freude hüllte die Radeburger Kirche in einen ganz besonderen Klang. Das Publikum war eingeladen den sanften Harmonien und eingängigen Melodien zu lauschen und unseren Glauben einmal auf andere Weise zu spüren: durch Klang, Stille und Gemeinschaft.

Der Kirchenchor, bestehend aus nahezu ausschließlich Laiensängern, probte ca. 5 Monate, um die Stücke gut in Gehör und Stimme zu bekommen. Kantor Veit Martin wusste seine Sänger immer wieder zu motivieren, bot Zusatzproben für die Einzelstimmen an, spielte die richtigen Töne aller Stimmen in Sprachnachrichten ein und sparte nicht an lobenden Worten, wenn ein weiteres Stück vollständig erlernt war.  Mit viel Enthusiasmus und Freude wurde Anfang April zum Chorwochenende in Thüringen so manche Stunde geübt, gleichzeitig bescherten die Tage dort auch neue Bekannte und Mitsänger für dieses Projekt.  

Die Solostimmen übernahmen in diesem Werk, ebenso wie in den beiden Bach-Kantaten, Maria König (1. Sopran), Julia Stötzel (2. Sopran), Katerina Kurzweil (Alt), Oliver Chubb (Tenor) und Thomas Stötzel (Bass). Aus der Nachbarschaft war das Gemeinschaftsorchester Großenhain e.V. zu Gast. Auch hier fanden sich, unter der Leitung von Uwe Zimmermann, vorrangig Laienmusiker zusammen. 

Gemeinsam konnten Chor, Solisten und Orchester ein fantastisches Konzert gestalten. Veit Martin führte mit einem schwungvollen Dirigat, welches den Chor mitnahm und immer wieder Freude auf alle Beteiligten überspringen ließ, durch den Nachmittag. Das Orchester sorgte für den klangvollen Boden und trug damit die klaren Stimmen der hervorragenden Solisten sowie den beschwingten Chor durch ein Stück „voller Leben“.  Die Zuhörer lauschten einem perfekt gespieltem Flötensolo, leisen und kraftvollen Paukenschlägen, zarten und gewaltigen Stimmen sowie Worten, die uns tragen.  

Im Laufe des Wochenendes haben insgesamt ca. 550 Gäste die 5 Veranstaltungen der 2. Radeburger Musiktage besucht. Finanziert wurde das Projekt ausschließlich mit Kollektegeldern, auf Eintrittsgelder wurde verzichtet. Da die Finanzierung solch großer Projekte nicht einfacher wird, ist die Kirchgemeinde dankbar für jede Spende oder Unterstützung, um die musikalische Arbeit weiter zu fördern und auch in Zukunft solch besondere Gottesdienste und Konzerte zu ermöglichen.  

Der Kirchenchor wünscht sich die Fortführung des Projektes im nächsten Jahr. Viele Besucher sind der Meinung, es wäre schön, wenn diese Form der Musik wieder für ein breiteres Publikum zugänglich gemacht werden könnte.  

Es wäre schön, wenn die Musiktage weiterhin stattfinden können!