Nach Mittelstreichung: Stadt Radeburg gibt Zuschuss für Sozialarbeit an der Oberschule Radeburg

Nach Redaktionsschluss stand fest: Der Freistaat Sachsen kürzt das Landesprogramm Schulsozialarbeit im Doppelhaushalt 2025/26 nach Aktenlage nicht. Im Gegenteil: Der Haushaltsansatz bleibt bei 37,5 Millionen Euro jährlich. Trotzdem ist die Sozialarbeit vor Ort unter Druck: An der Oberschule Radeburg mussten Stadt und Förderverein mit je 1.000 Euro einspringen, damit das Angebot 2026 in gewohnter Qualität weiterlaufen kann. Wie es im kommenden Jahr weitergeht ist offen.

Ein großes Graffiti-Banner schmückte 2021 das Schulhaus. Eine Aktion, die aus Mitteln der Schulsozialarbeit finanziert wurde.

Seit 2017 wird in Sachsen über ein Landesprogramm die Schulsozialarbeit finanziert. Die finanziellen Mittel werden über die kreisfreien Städte sowie die Landkreise ausgereicht. Die Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe am Lern- und Lebensort Schule. Sie verbindet Schule mit den Angeboten der Jugendhilfe und richtet ihren Blick auf die individuelle Unterstützung junger Menschen.
Wie auch in anderen Bereichen wurden in den letzten Jahren die Mittel für die Schulsozialarbeit von Seiten des Freistaates Sachsen gekürzt. Dies hatte zur Folge, dass sich der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Meißen im November mit der Situation auseinandersetzen musste. Im Gegensatz zu anderen Landkreisen wurde hier die Schulsozialarbeit nicht insgesamt gekürzt, es wurde aber ein neues Ranking der Bezuschussung an die beauftragten freien Träger der Jugendhilfe eingeführt. Damit verbunden war die Kürzung der Sachkosten pro Vollzeitstelle von ursprünglich 5.000 € auf nun 2.000 €. 

Auch an der Oberschule Radeburg gibt es seit Jahren die Schulsozialarbeit, die nun von der Kürzung betroffen ist. Ende Dezember 2025 bat die beauftragte JuCo Coswig gGmbH die Stadt Radeburg um Unterstützung der Schulsozialarbeit an der Oberschule Radeburg, um diese in gewohnter Qualität weiterführen zu können. Die Zuständigkeit für die Finanzierung der Schulsozialarbeit liegt beim Landkreis Meißen und nicht bei der Stadt Radeburg als Schulträger.
Der Verwaltungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 10. März mit der Anfrage befasst. In der Diskussion wurde deutliche Kritik an den Kürzungen geübt. Dadurch würde die Arbeit der freien Träger so eingeschränkt, dass diese auf die Schulträger mit Bitte um Finanzierung zugehen müssten. Es könne nicht sein, dass aufgrund fehlender Mittel bei zuständigen Institutionen immer weitere Finanzierungsaufgaben auf die Kommunen zukommen. 
Andererseits haben die Mitglieder des Verwaltungsausschusses auch zum Ausdruck gebracht, dass sie in der Schulsozialarbeit ein wichtiges begleitendes Instrument der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in besonderen Lebenslagen sehen und dieser Zuschuss damit auch präventiven stadtgesellschaftlichen Zwecken dient.  

Es wurde entschieden, für das Jahr 2026 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1.000 € auszuzahlen. Weitere Zuschüsse in den Folgejahren sind von diesem Beschluss nicht gedeckt. Parallel dazu hat sich auch der Förderverein der Oberschule bereiterklärt, für 2026 die gleiche Summe aufzubringen.