Eine wichtige Neuerung begann diesmal schon außerhalb des eigentlichen Festgeländes: Erstmals arbeiteten das Organisationsteam und die Traditionsbahn Radebeul gezielt zusammen. Ein historischer Sonderzug brachte Besucher aus Radebeul, Moritzburg und den Orten entlang der Strecke zum Radeburger Kleinbahnhof. Von dort waren es nur wenige Schritte bis zu den ersten Angeboten in der Alten Poststraße.
Pünktlich um 12.30 Uhr lief der Zug in Radeburg ein. Gezogen wurde der Traditionszug von einem Lokgespann aus der IK Nr. 54 und der grünen IV K 176. Bei der IK handelte es sich um einen 2009 fertiggestellten Nachbau der ersten in Sachsen gebauten Schmalspur-Dampflokomotive; die IV K 176 wurde 1912 gebaut.
Dass Eisenbahn und Scheunenfest zusammenfanden, war kein künstlich erdachtes Veranstaltungsformat. Die Idee entstand bereits zwei Jahre zuvor beinahe von selbst. Damals traf ein Fahrtag der Traditionsbahn zufällig mit dem Scheunenfest zusammen. Als die historischen Fahrzeuge in Radeburg ankamen, begegneten die Fahrgäste Menschen in Kleidung aus früheren Zeiten und einem Fest, dessen Höfe, Scheunen und Handwerksvorführungen bestens zum Erscheinungsbild des Zuges passten.
Beim vierten Fest wurde aus der zwei Jahre zuvor entstandenen Idee erstmals eine organisierte Zusammenarbeit. Dabei ging es nicht nur um den Sonderzug: Ein Teil der Besucher kam im Rahmen einer historischen Rundfahrt nach Radeburg, bei der Straßenbahn, Traditionszug und historische Busse miteinander verbunden wurden. Lukas Kuntzsch, Vorsitzender des Traditionsbahnvereins, hatte die Rundfahrt am Morgen selbst begleitet. „Das hat wunderbar funktioniert“, bilanzierte er.
Auch der Eisenbahnbetrieb verlief weitgehend planmäßig. Der Traditionszug sei auf die Minute genau abgefahren; lediglich durch eine Zugkreuzung in Moritzburg seien unterwegs etwa fünf Minuten hinzugekommen. Kuntzschs kurzes Fazit lautete: „Wunderbar, richtig gut.“
Die Premiere dürfte deshalb keine einmalige Verbindung bleiben. Auf die Frage, ob Scheunenfest und Traditionsbahn künftig wieder zusammenfinden könnten, antwortete Lukas Kuntzsch: „Sehr gerne.“ Über einen möglichen Termin im kommenden Jahr sei bereits gesprochen worden.

