Gedenken in Radeburg

Gedenken soll auch zum Nach-Denken, Nach-Fragen, Nach-Forschen (Projekt Spurensuche ganz unten) aufrufen. Jeder kann im gedenken seine eigenen Schlüsse ziehen und dazu in den Dialog treten. Erinnerungskultur steht nicht im Gegensatz zur Meinungsfreiheit. Das gilt für den Volkstrauertag (siehe Leserbrief unten), aber auch für den morgigen Gedenktag (siehe Einladung). Vielleicht auch ein Tag zum Nach-Denken für all jene, die mit leichtfertigen Vergleichen verharmlosen, was in der Geschichte im tiefen Wortsinn unvergleichlich ist.

Am 27. Januar 2025 legten Zillehain die Stadtverwaltung, DIE LINKE und die AfD-Stadtratsfraktion gemeinsam Kränze am Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus nieder.

Am 27. Januar 2025 legten Zillehain die Stadtverwaltung, DIE LINKE und die AfD-Stadtratsfraktion gemeinsam Kränze am Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus nieder.

Einladung zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Aus Anlass des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus lädt Bürgermeisterin Michaela Ritter am 27. Januar 2026 um 10:30 Uhr alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Gedenkstunde am Ehrenmal im Zillehain Radeburg ein.

Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des dama­ligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größ­ten Vernichtungslagers des Nazi- Regimes.

In seiner Proklamation führte Herzog aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generatio­nen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wieder­holung entgegenwirken.“

Stadtverwaltung Radeburg

Volkstrauertag: Kein Respekt vor dem Gedenken?

Am 16.11.2025, zum Volkstrauertag, legten wir, die AfD Stadtratsfraktion, ein Gesteck mit Schärpe, am Denkmal für die Gefallenen zweier Weltkriege in Radeburg nieder. Das Denkmal trägt die Inschrift „DIE TOTEN MAHNEN 1914 – 1918 1939 – 1945“ Mit der Kranzniederlegung wollten wir zum Ausdruck bringen, dass wir diesen Gedanken der Mahnung teilen. Leider wurde im Dezember, vor Weihnachten, die Schärpe mit unserer Aufschrift entfernt.

Gemäß StGB §304 handelt es sich mutmaßlich um eine gemeinschädliche Sachbeschädigung. Deshalb haben wir am 2.1.2026 Strafanzeige gestellt. Die Kriminalpolizei bittet um sachdienliche Hinweise. Wir fragen deshalb auf diesem Wege: wer hat die Tat beobachtet oder kann Angaben zur Aufklärung des Sachverhalts machen?

Mit sachdienlichen Hinweisen wenden sie sich bitte an den Polizeiposten in Radeburg, Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee 6, 01471 Radeburg, Telefon: 035208 94080, oder direkt an den Kriminaldienst des Polizeireviers Meißen, Birkenstraße 15, 01445 Radebeul, Tel. 0351/83714224 unter Angabe des Aktenzeichens 1/26/129313.

Sylvia Herberger
AfD-Fraktion 
Stadtrat Radeburg

Junges Forschungsteam gesucht! 

Das Programm Spurensuche startet 2026 in eine neue Förderrunde, in der die Sächsische Jugendstiftung bis zu 20 Projekte der Jugendgeschichtsarbeit unterstützt.

Welche Spuren der letzten Jahrhunderte gibt es in der Region zu entdecken? Wie sah der eigene Ort vor Jahrzehnten aus? Was hat die Menschen hier früher bewegt? Und was geschah hier während großer historischer Umbrüche wie dem Nationalsozialismus, dem Ende des Zweiten Weltkriegs oder vor, während und nach DDR-Zeit?

Mit diesen oder ähnlichen Fragen können junge Menschen 2026 wieder auf historische Entdeckungsreise gehen – direkt vor ihrer Haustür.

Gesucht werden engagierte Teams von Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die in Sachsen leben und neugierig darauf sind, die Geschichte ihrer eigenen Region zu erforschen – sei es zu prägenden Ereignissen, außergewöhnlichen Lebensgeschichten oder gesellschaftlichen Entwicklungen vor Ort.

Jugendgeschichtstage – Höhepunkt des Spurensuche-Jahres

Den Abschluss der Projektzeit bilden die Jugendgeschichtstage, die voraussichtlich am 19. und 20. November 2026 im Sächsischen Landtag in Dresden stattfinden. Hier präsentieren die jungen Spurensuche-Teams ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Förderung & Bewerbung
Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet eine Jury. Pro Projekt können bis zu 1.800 Euro, etwa für Recherchearbeiten, Exkursionen und die Dokumentation der Ergebnisse.
Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2026
Alle Informationen zur Ausschreibung, Termine zu digitalen Infoveranstaltungen und das Antragsformular stehen auf:
www.saechsische-jugendstiftung.de -> Spurensuche

Wer kann Projektträger sein?
Das Programm richtet sich vor allem an Träger der Jugendarbeit. In begründeten Fällen können auch Vereine, Kirchgemeinden sowie Kommunen Projektträger sein. Schulen sind nicht antragsberechtigt, jedoch ihre Fördervereine, vorausgesetzt, das Projekt findet außerschulisch statt.
Da es noch keine schriftliche Zusage der Fördermittel für das Programm Spurensuche gibt, erfolgt die Antragstellung unter Vorbehalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Kontakt & Beratung
Kontaktstelle für Jugendgeschichtsarbeit
Sächsischen Jugendstiftung
E-Mail: spurensuchenoSpam@saechsische-jugendstiftung.de