Karnevalsumzug in Radeburg

Gruppe 59 bekam den 1.Platz in der Jurywertung

Oorschwerbleede, tot oder lebendig zur RABU-Fete – Platz 2 in der Jurywertung bekam die Gruppe Nr. 19

Ich möchte hier einmal meine ganz persönlichen Eindrücke vom diesjährigen Umzug schildern, der wieder ein Riesen-Ereignis für alle war und wenn man bedenkt, dass die Rahmenbedingungen immer schwieriger werden (Opens external link in new windowsiehe Morgenpost vom 03.03.2019 – Anm. der Redaktion: Das Meiste trifft zum Glück auf Radeburg nicht zu) dann kann man Präsident Olaf Häßlich, den Elferräten und allen anderen drumherum, die ehrenamtlich so ein gewaltiges Fest stemmen, nur ehrfürchtig danken. In den Dank einschließen möchte ich den MDR, der mit der Übertragung auf dem Lifestreamkanal MDR+ genau das Format gefunden hat, auf dem wir Auswärtigen – und das sind nun mal nicht 100.000 den Umzug am Sonntagnachmittag gerne live verfolgen. In der MDR Mediathek kann es dann jeder Teilnehmer selber noch einmal sehen. Jeder, der ehrlich ist, wird dann auch einschätzen, dass das, was Radeburg da zu bieten hat, vielleicht das Beste ist, was im karnevalistischen Ehrenamt auf die Beine gestellt werden kann, aber dass es am Sonntagnachmittag eben gegen Weltmeisterschaften im Skisport, im Bob, Rodeln sowie Biathlon, Fußball usw. kaum eine Chance hat und da ist es vom MDR doch ein Superangebot mit dem Lifestream und der Mediathek. Mit Anja Koebel setzt er dann auch noch für 2 Stunden seine Topmoderatorin ans Mikro, die dann fast aus dem Nichts über alle diese Umzugstruppen was zusammenplaudert. Vermutlich hat sie einen Zettel, auf dem ein paar Angaben stehen. Auffällig ist, dass sie von allen weiß, wie lange an den Kostümen und Umzugswagen gebastelt wurde. Sie verpackt das mit viel Geschick und ihrer ganzen Routine. Als das Prinzenpaar von RABU vorbei ist mit dieser sehr schönen Nummer mit den Filmrollen plätschert es eine ganze Weile so dahin. Liebe Karnevalsklubs, seit mir nicht böse, ich weiß, ihr seid der Kitt des Ganzen und wie mit dem richtigen Kitt, wenn der nicht wäre, würden die schönen großen Fenster herausfallen. Aber der Brief würde zu lang, wenn wir hier jedes Prinzenpaar, jeden Präsidenten, jeden Elferrat, jede Garde preisen würden – und das ist auch ein bisschen das Problem der Fernsehübertragung. Es gab dann auch ein paar ganze hübsche Nummern, ich kann aber auch nicht alle aufzählen. Doch dann kam die Nummer 19 und wer jetzt noch nicht abgeschaltet hatte, bei dem machte es Zoooom! In der Bude. Da ging es richtig ab. Diese Gruppe, die laut Anja Koebel neu sein soll, erweckte den mexikanischen Dia los muertos, den Tag der Toten, zum Leben. Sehr originalgetreu, sehr detailgetreu. Werden alle bestätigen, die zu Allerheiligen – 2. November – schon mal in Mexiko waren. Durch den Film Coco sind die Figuren eh ziemlich bekannt. Ich konnte mir schon jetzt nicht vorstellen, dass an diesem Tag noch eine Nummer diesen Beitrag toppen könnte.
Nun wurde die Abfolge guter Nummern dichter. Mit den Waschbären kam mein persönlicher Zweitplatzierter mit Startnummer 26 durchs Bild. Einfach genial. Die Viecher waren vom Fahrzeug bis zu den Figuren einheitlich durchgestylt und jede individuell. Das war bei anderen Favoriten nicht so. Hier erzählte jeder Waschbär sein eigenes individuelles Abenteuer. Der eine hatte offenbar die Wohnung einer jüngeren Frau heimgesucht und von BH bis Einlage alles mitgehen lassen. Ein anderer hatte ein Wasservogelnest geplündert. Wieder einer… Naja, wird jetzt zu lang. Mit der 31 kamen die Legos. Auch was für eine Top 10 Platzierung. Ich fand nur, dass die armen Jungs und Mädels unter den „Steinen“ sich kaum fortbewegen konnten. Abgesehen von der Last rissen sie ein riesiges Loch in den Umzug. Bewertet das die Jury eigentlich auch? „Die Schnecken“ (33) jedenfalls waren deutlich schneller unterwegs und auch gut für die Top 10.
Genau so wie die Rienne va blue von der, laut Anja Koebel, mehrfach preisgekrönten Gruppe Ottlinger. Hinter dem opulenten Spielrad die Laufgruppe in wunderschönen, als Spielkarten auf Spielsteinen gestalteten Kostümen, wobei die Spielkarten auch noch das Radeburger Stadtwappen zeigten und auf der Rückseite einen Zillekopf trugen, der anstatt des Hutes eine Narrenkappe trug. Ja, die haben schon nicht von ungefähr Titel abgeräumt, und mein persönliches Ranking geriet kurzzeitig ins Wanken. Doch fand ich, dass die zwei zuvor platzierten Gruppen wegen der Individualität der Figuren in den Laufgruppen doch etwas besser waren. Das ist meine ganz persönliche Meinung und nur der Eindruck von fern, von meinem Stern. Ich weiß schon, dass die Jury Kriterien hat, die Emotionen von der Straße, die Interaktion mit dem Publikum, die Musik und vieles mehr, was im Fernsehen nicht rüberkommt. Mit der 38 kam dann noch einmal eine „Totentanzgruppe“, die nicht ganz so Spitze war, aber sicher auch eine Top 10. Richtig zugeschlagen hat dann noch mal die Nummer 44. Wer mit Radeburg verbunden ist und es verfolgt hat, dem ist ja die Geschichte mit dem Biber nicht entgangen: Tatort Bahndamm. Schön, dass sich die Berbisdorfer, auch wenn es extrem kurzfristig war, der Sache nicht nur angenommen haben, sondern einen so schönen Beitrag daraus gemacht haben. Leider muss man immer ganz lange warten bis zur Gruppe Mösch (59). Bevor es soweit war, fiel mir noch auf, dass man beim Umzug auch manche mitfahren sieht, die da nicht unbedingt hingehören, z.B. war da ein junger Mann in weißem T-Shirt, der Schredderzeug aus seinem Büro geistlos aufs Publikum warf. Schade fand ich auch, dass einige Kinder „mitgeschleppt“ wurden die nur ihre Straßenkleidung trugen und noch nicht einmal geschminkt waren. Das hat nun wirklich nichts mit Fasching zu tun und ich hätte abgeschaltet, wenn ich nicht Micha Mösch noch erwartet hätte. Nur gut, dass der MDR auch immer mehr Zuschauer an der Strecke einfangen konnte, die sich ein Kostüm angezogen oder eine Maske aufgesetzt hatten. Es bringt insgesamt mehr Stimmung rüber, als die Bierhalter, die früher oft das Randbild bestimmten. Auch die Stadt ist schöner geworden. Radeburg entwickelt sich. Endlich also Gruppe Mösch. Auch sie griff in aktuelles Ereignis auf, soweit ich Anja Koebel folgen konnte. Absolut geile Idee der HubschrauBÄR, der mit einem ganzen Geschwader daherkommt, um den Terroranschlag des Bibers auf die Kleinbahn abzuwehren. Hub- Hub-Hubschraubereinsatz schallte es aus den Lautsprechern und dazu gab es wieder die erwartet tolle Choreographie. Damit war für mich klar, dass die Gruppe Mösch wieder aufs Treppchen gehört. Vielleicht, wenn man die Interaktion sieht auch auf die 1. Mir ist nur nicht ganz schlüssig, warum es gerade Bären sind, die da fliegen. Weil es gerade zu dem Song passt und was haben Bären mit dem Tatort zu tun? Deshalb bleiben bei mir die 19 und die 26 vorn. Na, am Faschingsdienstag sind dann alle schlauer und es ist ja auch nur meine Meinung und die kommt von Herzen ohne Zettel und ohne Kriterien.

Platz 4 für die Waschbären der Gruppe 26
Rienne va blu –Alles geht „Tat“-sächlich in RABU – Gruppe 36 auf Platz 3
Platz 7 – „Tatort Bahndamm – der Biber baut wieder“ für Gruppe 44 aus Berbisdorf
Gruppe 39 erinnert mit ihrem Bild an die „Kamellegauner“ die ihnen bei der 61. Saison schon am Anfang des Umzuges sämtliche Bonbons vom Wagen geklaut hatten