Jahresrückblick von Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter

Traditionell nutzt Bürgermeisterin Michaela Ritter die letzte Druck-Ausgabe des Radeburger Anzeigers für einen Jahresrückblick. Hier ist dieser noch mal für unsere Online-Leser.

Michaela Ritter bei der Übergabe des Rathausschlüssels am 11.11. an den Präsidenten des Elferrates, Olaf Häßlich.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

das Jahr 2017 war wieder geprägt von vielen großen und kleinen Baumaßnahmen in allen Ortsteilen der Stadt.

Baumaßnahmen in allen Ortsteilen

Vielleicht die am sehnlichsten erwartete Baumaßnahme ist die in Volkersdorf – hier wurde nach Jahren der Planung in diesem Jahr mit dem grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt S 96 begonnen. Die Errichtung mehrerer Bauwerke und die Umverlegung der Promnitz sind dabei die Schwerpunkte in diesem Jahr, bevor 2018 dann der eigentliche Straßenbau erfolgen wird. Die Stadt Radeburg übernimmt hier neben Anteilen für die Planung die Kosten für Fußwege und Beleuchtung. Das Nebengebäude des Kindergartens in Volkersdorf mit Turnraum wurde umfassend saniert, sodass Kinder und Freizeitsportler hier weiterhin vernünftige Bedingungen vorfinden.

In Bärnsdorf erfolgten Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten an den Gebäuden Schmiedestraße, wo die Feuerwehr sowie Mietwohnungen untergebracht sind.

In Berbisdorf wurden am Schafteich Sicherungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Und um der ungebrochenen Nachfrage nach Flächen für Gewerbeansiedlungen gerecht zu werden, wird für die Fläche zwischen Stadtbauhof und Park ein Bebauungsplan erarbeitet.

In Bärwalde wurde die „Alte Schule“ einer Komplettsanierung unterzogen, bei der zahlreiche Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden mussten. Doch der Aufwand hat sich gelohnt, das Gesamtensemble mit Domizil des Vereins und Spielplatz im Ortskern sind jetzt sehr ansehnlich.

Nach dem Abriss der ehemaligen Kaufhalle begann im Herbst der Bau des neuen Gerätehauses für die Feuerwehr Großdittmannsdorf. Zur Gestaltung des gesamten Areals gehören die Neuanlage der Außenanlagen sowie der Abbruch des jetzt noch benötigten FFW-Gebäudes, diese Arbeiten werden 2018 erfolgen.

In Radeburg selbst war die Baumaßnahme Heinrich-Zille-Straße 9 mit Heimatmuseum die in diesem Jahr umfangreichste. Der Gebäudekomplex wurde einer Gesamtsanierung unterzogen. Da auch für den Museumsteil noch konzeptionelle Arbeiten geplant sind, ist mit einer Wiedereröffnung erst im 2. Halbjahr 2018 zur rechnen. Dank großzügiger Spenden unserer Unternehmen und der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein konnte auf dem Schulhof der Grundschule ein neues Groß-Spielgerät – unsere „Kletterspinne“ errichtet werden. Die Kinder haben diese dankbar in Besitz genommen. Die Planungen für die Neugestaltung unseres Marktplatzes sind weit fortgeschritten, den endgültigen Ausbau haben wir jedoch in das Jahr 2019 verschoben.

Mein Dank gilt allen unmittelbaren Anwohnern der Baumaßnahmen, die viel Verständnis aufbrachten und immer konstruktiv und lösungsorientiert mit der Verwaltung und den Bauunternehmen zusammenarbeiteten und auch zeitweilige Einschränkungen in Kauf nahmen.

Rege Investitionstätigkeit, mehr Arbeitsplätze, mehr Internet, mehr Wohnraum

Sehr umfangreiche Investitionen wurden in diesem Jahr in die Erneuerung bzw. Verbesserung von Technik und Maschinen für den städtischen Bauhof getätigt.

Im Radeburger Gewerbegebiet konnten in diesem Jahr drei neue Unternehmen begrüßt werden, die fast 200 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. So nahmen die Unternehmen Initial die Wäscherei für Reinraumbekleidung und Lidl ein Logistikzentrum in Betrieb. Die Hiltl Fahrzeugbau GmbH hat ein Bestandsobjekt übernommen und dort zahlreiche weitere Investitionen getätigt.

Um mit unseren zahlreichen Unternehmen noch besser in Kontakt zu kommen und auch den Austausch der Firmen untereinander zu befördern, führte ich in diesem Jahr erstmals einen Unternehmer-Abend mit verschiedenen Themen durch. Die große Nachfrage zeigte, dass dies durchaus ein sinnvolles Angebot zum Erfahrungsaustausch ist. Seit diesem Jahr engagiert sich die Stadt Radeburg außerdem auch im Netzwerk „Ab in die Wachstumsregion Dresden“, in dem zahlreiche Kommunen und die Landeshauptstadt mitarbeiten. Dies war als „Rückkehrerprojekt“ gestartet und sollte anfangs Menschen ansprechen, die in ihre ehemalige Heimat zurückkehren wollen. Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt auf die Gewinnung von Arbeitskräften verlagert, ein neues Jobportal unterstützt die Unternehmen bei ihrer Suche nach Mitarbeitern.

Das Thema „Breitband – schnelles Internet“ begleitete uns auch 2017, alle Ortsteile wurden durch die ENSO NETZ GmbH entsprechend den Vorgaben der Förderung erschlossen. Gemeinsam mit dem Stadtrat bin ich mir im Klaren darüber, dass wir damit nicht den jetzt oft propagierten Glasfaseranschluss für jedes Haus geschaffen haben. Dies war aber auch nie Inhalt des Projektes, doch haben sich für die meisten Nutzer die Anschlussraten bereits jetzt deutlich verbessert. Wir werden an diesem Thema auch künftig dranbleiben, dies versichere ich Ihnen hiermit.

Um die ungebremste Nachfrage nach Wohnraum in Radeburg zu befriedigen, wurde in diesem Jahr an zwei weiteren Bebauungsplänen gearbeitet. Die Planungen für die Gesamtanlage am Hofwall (ehemaliges Rittergut Radeburg) sind weit fortgeschritten, mit dem Wohngebiet „Großenhainer Straße“ wurde kürzlich begonnen. Eine deutliche Aufwertung erfährt auch die Anlage „Zum Moritz“ unserer Radeburger Wohnungsgesellschaft dank einer Gesamtsanierung, der Integration einer Arztpraxis sowie der Ertüchtigung des sehr schönen Rundsaals als künftige Begegnungsstätte.

Generationswechsel im Rathaus

Im Jahr 2016 begrüßten wir im Rathaus und den zugehörigen Bereichen mehrere neue Mitarbeiter. Romy Volte ist seit Anfang des Jahres als Elternzeitvertretung der bisherigen Mitarbeiterin in der Stadtkasse tätig. Isabelle Brehm hat im Herbst die Bereiche Kindertagesstätten, Jugend und Vereine übernommen. Kevin Wegeleben wurde nach seiner Ausbildung bei uns in die Verwaltung übernommen und arbeitet am Aufbau des Archives sowie in der Betreuung unserer IT mit. Nadine Tzschoppe arbeitet seit Anfang des Jahres als Erzieherin in unseren städtischen Kinder-Einrichtungen. Oliver Sommer, Andreas Pinkert, Christoph Schurr und Rico Janke sind seit diesem Jahr für den Bereich Grünflächenpflege und Gewässerbewirtschaftung tätig. Gerald Schneider arbeitet seit Oktober in der Kämmerei mit und wird ab Januar die Aufgaben von unserer langjährigen Kämmerin Renate Kormann übernehmen, die zum Ende dieses Jahres in den Ruhestand gehen wird. Neben ihr verabschieden wir zum Ende dieses Jahres Birgit Zenker aus dem Sekretariat der Grundschule, Alice Riehmer aus dem Bereich Soziales des Rathauses sowie Silvia Hommel vom Reinigungspersonal in den Ruhestand. Ich spreche auch im Namen des Stadtrates allen Mitarbeitern, die ihr Berufsleben demnächst beenden werden, für ihre langjährige Tätigkeit im Dienste der Stadt Radeburg und ihrer Bürgerinnen und Bürger meinen Dank und meine Anerkennung aus. Jeder hat an seinem Platz dazu beigetragen, die Entwicklung unserer Gemeinde positiv immer weiter zu befördern.

Ich danke allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus und allen dazu gehörenden Bereichen wie Bauhof, Kindergärten und Schulen, Museum, Bibliothek und Seniorenbegegnungsstätte für ihre geleistete Arbeit zum Wohle der Stadt Radeburg und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Den Damen und Herren Stadträten danke ich für die überaus gute und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der kommunalen Entwicklung. Gemeinsam wurden wichtige Beschlüsse im Vorfeld durchaus auch kontrovers diskutiert und letztlich gefasst, um sich den Herausforderungen einer wachsenden Stadt Radeburg zu stellen.

Dank an alle Ehrenamtlichen

Das Ehrenamt wird oft als die tragende Stütze der Gesellschaft bezeichnet. Dass dies so ist, zeigt sich an ganz vielen Stellen in Radeburg und seinen Ortsteilen in allen sozialen, kulturellen und sportlichen Bereichen. Ihnen allen danke ich für ihr Engagement, Ihre Tätigkeit ist eine wirkliche Bereicherung für unsere Kommune. Es können nie alle genannt werden, deshalb möchte ich stellvertretend in diesem Jahr die Großdittmannsdorfer Vereine benennen, die ihre runden Jubiläen gemeinsam mit einem mehrtätigen Dorffest feierten und auch den Bärnsdorf erleben e.V., der mit seinem „Bärnsdorf bäbt“ durchaus Festivalqualitäten bewies und wirklich Bemerkenswertes auf die Bühne stellte. Ausdrücklich danke ich dem Kultur- und Heimatverein Radeburg e.V. für seine Beschäftigung mit dem Thema Flucht und Vertreibung – neue Heimat Radeburg und dem so entstandenen Heft. Hier wurde mit vielen Zeitzeugen Stadtgeschichte im wahrsten Sinne aufgeschrieben und damit für die Nachwelt bewahrt. Meine Hochachtung gilt den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Stadtgeschichte und natürlich dem Vereinsvorstand für die Bewältigung dieser schwierigen Aufgabe.

Mein besonderer Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehren für ihre Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung und für ihre tägliche Bereitschaft, auch schwierige Einsätze zu absolvieren. Aktuell wurden die Kameraden bisher zu mehr als 80 Einsätzen in diesem Jahr gerufen.

Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, wünsche ich eine ruhige und friedliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien. Möge der Jahreswechsel Ihnen nur Gutes bringen!

Ihre Bürgermeisterin Michaela Ritter