Sonderausstellung „Käthe Kollwitz und Prinz Ernst Heinrich“

Auf Einladung von Prinz Ernst-Heinrich kam 1944 die an ihrem Wohnort ausgebombte Künstlerin Käthe Kollwitz, die erste Professorin der Preußischen Akademie der Künste, die 1933 von den Nazis ihres Amtes enthoben wurde, nach Moritzburg, wo sie am 30. März 1945 starb. Eine Sonderausstellung im Rüdenhof, ihrem letzten Refugium, widmet sich jetzt der Zeit, die sie hier verbrachte.

Der Rüdenhof - heute die Käthe-Kollwitz-Gedenkstätte, Prinz Ernst Heinrich, der die Künstlerin hier unterbrachte, und Käthe Kollwitz

Moritzburg und der Künstlerin Käthe Kollwitz war eine nur sehr kurze Begegnung vergönnt. Dennoch sind die Spuren bis heute erhalten. Der Rüdenhof – die letzte Lebensadresse der Kollwitz – ist mehr als nur die Erinnerung an eine der bekanntesten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Eine Ausstellung widmet sich bis zum 5. November 2017 dem Aufenthalt in Moritzburg. Berühmt und bis zum Ende der Weimarer Republik als Künstlerin hoch geachtet wird Käthe Kollwitz 1933 gezwungen, die Preußische Akademie der Künste zu verlassen. Zeitgleich verliert sie das Amt als Leiterin der Meisterklasse für Grafik. Da lebte sie noch in Berlin. Drei Jahre später folgte die nächste Demütigung: Die Nazis lassen ihre Werke aus der Berliner Akademieausstellung als „Entartete Kunst“ entfernen, was einem Ausstellungsverbot gleichkam.

Schließlich flieht Käthe Kollwitz vor den Bombenangriffen nach Nordhausen. Im November 1943 wird die Wohnung in der Weißenburger Straße ausgebombt. Grafiken, Drucke und Druckplatten werden ebenfalls zerstört. Auch Nordhausen war keine sichere Adresse. Auf Einladung von Ernst Heinrich von Sachsen zog sie im Sommer 1944 – schon sehr gezeichnet – nach Moritzburg in den Rüdenhof.

Die Kuratorin der aktuellen Ausstellung, Margitta Hensel, stellte zur Eröffnung die Frage nach dem „Leben im Krieg“. In Moritzburg kommt Käthe Kollwitz auch dank der Fürsorge durch Ernst Heinrich von Sachsen etwas zur Ruhe. Erinnerungen begleiten die schwerkranke Künstlerin. Darüber informieren die Briefe: „An dich und das fröhliche Tellerwaschen in deiner Küche denke ich wie an das verlorene Paradies“ schreibt sie im Januar 1945 an ihre Schwester. Einmal noch die Schwester Lise in die Arme schließen, vor allem aber Sohn Hans, der trotz schwierigster Verhältnisse so oft wie nur möglich aus Berlin zu Besuch kommt. Zum letzten Mal am 30. März 1945…

Es ist eine sehr gelungene Ausstellung, der viele Besucher zu wünschen sind. Der Dank für diese Ausstellung geht auch an Sabine Hänisch, Leiterin des 1995 eröffneten Museums Rüdenhof in Moritzburg.

Öffnungszeiten:

montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr.