Dr. Rößler zu Besuch in Radeburg: Sportstätten und Nachwuchssorgen im Fokus

Am Dienstag, dem 23. Mai war Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler (CDU) zu einer Stippvisite in Radeburg.

Bürgermeisterin Michaela Ritter, Schulleiter Michael Ufert und Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler im Gespräch. (v.l.)

Am Dienstag, dem 23. Mai war Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler (CDU) zu einer Stippvisite in Radeburg. Obwohl gerade keine Landtagswahlen anstehen und obwohl Radeburg nicht mehr zu seinem Wahlkreis zählt, interessierte den Politiker doch, was aus den noch in der vorherigen Legislaturperiode angeschobenen Projekten geworden ist und wo in Radeburg aktuell der Schuh drückt. Mit dabei sein sollte auch der Wahlkreisabgeordnete Sebastian Fischer (CDU), der aber kurzfristig absagen musste. So machte sich der Landtagsabgeordnete gemeinsam mit Bürgermeisterin Michaela Ritter auf den Weg.

Am Anfang des Besuchs stand das neue Sportzentrum an der Jahn-Kampfbahn, dass noch unter der Mitwirkung von Dr. Rößler auf den Weg gebracht wurde. 

Vor allem interessierte ihn, wie die Fördermittel des Freistaates eingesetzt wurden, wie das Objekt angenommen wird und wie die Folgekosten bewältigt werden.

Aber noch eine weitere Sportstätte stand auf dem Plan. Die Sportanlagen im Außenbereich der Grundschule waren ebenfalls noch während seiner Zuständigkeit und während der Amtszeit von Bürgermeister Dieter Jesse geplant worden. Der Bau erfolgte dann in der Amtszeit von Michaela Ritter, glücklicher Umstand war hier die Bereitstellung der Fördermittel aus der ländlichen Entwicklung. Entstanden sind eine Laufbahn, die Weitsprunganlage sowie eine Ballsportanlage.

Gemeinsam mit Schulleiter Thomas Damme kam auch die Entwicklung der Einrichtung zur Sprache. Die tatsächlichen Schülerzahlen liegen deutlich höher als die Zahlen, die einst prognostiziert wurden.

Diese Entwicklung setzte sich auch in der Oberschule fort. Über den Platzmangel in der Zilleschule sprachen Rößler und Ritter mit Schulleiter Michael Ufert. Aktuell laufen Verhandlungen zur Erweiterung der Schule mit den entsprechenden Behörden.

Ufert erläuterte aus jahrelanger Erfahrung, wie es in der Vergangenheit abgelaufen ist, wenn Schüler nach Jahren plötzlich feststellen, dass sie die Leistungsanforderungen nicht erfüllen können. „Wir können dann irgendwann niemanden mehr aufnehmen. Unsere Schulklassen sind voll und wir müssen die Schüler, die wechseln wollen, dann ablehnen. Sie müssen weite Schulwege in Kauf nehmen, denn einen Anspruch auf eine bestimmte Oberschule am Wohnort haben sie dann nicht.“

Ein Erweiterungsbau würde die Situation entschärfen, dies ist sowohl aus der Sicht der Schulleitung als auch aus der Sicht der Stadt notwendig. Dr. Rößler bat darum, dass sich die Radeburger weiter bei den zuständigen Behörden stark machen, wäre gegebenenfalls aber auch bereit, Unterstützung zu geben.

Zum baulichen Engpass gesellte sich auch noch der in Sachsen flächendeckende Lehrermangel. Dr. Rößler ließ sich auf den Stand bringen, was die Möglichkeiten, Seiteneinsteiger ins Lehramt zu bringen, bisher gebracht haben. Ca. 60% der Neueingestellten an Oberschulen waren im letzten Jahr Seiteneinsteiger, Tendenz steigend. „Manche OS unserer Größe hatten 6 Seiteneinsteiger auf einmal,“ wusste Michael Ufert zum Beispiel aus Radebeul-Mitte. „Das ist ein Viertel des Kollegiums. Man könnte das vergleichen mit einem, der von einer Spedition als Fahrer eingestellt wird, obwohl er keinen Führerschein hat und der Spediteur sagt: fahr mal ein halbes Jahr den Lkw und wenn dann nichts passiert ist, kannst du den Führerschein machen. Wenn du inzwischen Fragen zur StVO hast, kannst du Dich an jeder Raststätte an einen anderen Kraftfahrer wenden, der wird Deine Fragen immer gern beantworten.“ 

Die Zilleschule selbst hatte zwei dieser Quereinsteiger, wobei eine der beiden bereits wieder gekündigt hat. Sie hat selbst eingesehen, dass es besser ist, wenn sie noch einmal eine pädagogische Ausbildung durchläuft.

Auch die Versuche, aus Sachsen abgewanderte Lehrer nach Sachsen zurückzulocken sehen die Pädagogen als kaum erfolgversprechend an. 

Auf etwa 500 Euro Unterschied lassen sich die finanziellen Nachteile der Sachsen beziffern, da in Sachsen die Lehrer nicht verbeamtet werden und deshalb Sozialabgaben zahlen, von denen Beamte befreit sind. „Mit einer großen Zahl von Rückkehrern sollte man nicht rechnen. Das ist unter den gegebenen Bedingungen unrealistisch. Ich kenne viele abgewanderte Lehrer. Von denen käme keiner auf die Idee zurückzukommen.“

Letzte Station von Matthias Rößler war der Werkzeugbau Trentzsch, ein kleines mittelständisches Unternehmen (8 Mitarbeiter), das sich im Gewerbegebiet Radeburg niedergelassen hat und wo es, anders als bei den Schulen, Nachwuchssorgen nicht gibt. Siegfried Hillig startete das Unternehmen in der „Gründerzeit“ nach der Wende als Einzelunternehmen. Er kaufte vom ehemaligen VEB Elektromat Werkzeugmaschinen, um in Lohnfertigung Werkzeuge für Putzprofile und für die Autoindustrie herzustellen.

2002 begann sein Enkel Mirko Trentzsch seine Lehre als Werkzeugmacher im Betrieb. Da die eigenen Kinder andere Wege gegangen sind, war für den Unternehmer das große Interesse des Enkelsohnes natürlich ein Segen. So gab es eine langfristige Perspektive für die Unternehmensnachfolge. 2009 schloss Mirko Trentzsch die Meisterprüfung erfolgreich ab.

2010 gründeten Großvater und Enkel eine GbR. Der jüngere kaufte 75% der Firmenanteile, faste eine Erweiterung des Unternehmens ins Auge und plante den Bau einer Fertigungshalle im Gewerbegebiet Radeburg. 2013 erfolgte der erste Spatenstich auf der Brockhausstraße. Ein Jahr später wurde aus der GbR eine GmbH und am neuen Ort die Fertigung aufgenommen.

Neben den unabdingbaren und nach wie vor nützlichen „Klassikern“, den alten Drehmaschinen aus DDR-Zeiten, stehen nun modernste CNC-Automaten und daran arbeiten profunde Fachleute, die solide ausgebildet sind. Auf ihr Team, das spürt man, sind die Unternehmer sehr stolz. Die Wertarbeit, die dank des guten Personals geliefert werden kann, wird auch von Kunden sehr geschätzt und ist deshalb ein Garant für eine langfristig gute Auftragslage.

Dr. Matthias Rößler sieht in dem Betrieb ein gutes Beispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge.